Lexikon
Gitạrre
[
die; griechisch kithara, spanisch guitarra
]Gitarre
Gitarre
© wissenmedia/Rita Reiser
ein Zupfinstrument, im Mittelalter nach Vorläufern aus dem arabischen Kulturkreis unter Verwendung von Formelementen der Laute und Fidel entwickelt, in der heutigen taillierten Form zuerst im Spanien und Italien des 16. Jahrhunderts vorkommend. Der Korpus wird aus Boden und Decke (beide flach) und den Zargen gebildet, wobei für die Decke Fichte oder amerikanische Zeder, für Boden und Zargen dagegen härtere Holzarten verwendet werden. Von der Laute wurden das Schallloch in der Mitte der Decke sowie auf dieser der Querriegel zur Saitenbefestigung übernommen, ferner die Bünde auf dem Griffbrett und am Ende, leicht angewinkelt, die Wirbelplatte; die Wirbel stehen nach hinten. Die Gitarre ist mit 6 Saiten gezogen: E, A, d, g, h, e′ (eine Oktave höher notiert); der Tonumfang reicht bis etwa g″. Die akustische Funktionsweise beruht auf dem Anzupfen der Saite, deren Schwingungen Hohlraumresonanzen im Korpus erzeugen.
Die Gitarre ist traditionell ein volkstümliches Begleitinstrument für Lied und Tanz wie auch ein Instrument der Kunstmusik, das sich zu einem vollgültigen Konzertinstrument entwickelt hat. Seit dem 17. Jahrhundert waren besonders Gitarristen der romanischen Länder bemüht, das Niveau in Bezug auf Technik und Erweiterung des Repertoires zu heben. Zu den bedeutenden Vertretern gehören hier der Franzose F. Campion, der Italiener F. Corbetta oder im 19. Jahrhundert der Spanier F. Sor. Das Verständnis von einer „klassischen“ Gitarrenmusik als folkloristisch-romantischer beruht weitgehend auf den Interpretationen A. Segovias, während avantgardistische Strömungen in den 1960er Jahren des 20. Jahrhunderts durch J. Bream und S. Behrend Einzug hielten. Neben dem klassischen Spiel und der Erforschung neuer Klangmöglichkeiten, besitzt die Gitarre ihren festen Platz innerhalb des Jazz, der Folklore- und der Pop- und Rockmusik.
Abweichende Formen sind: 1. Bassgitarre, meist mit 4 Saiten bezogen (E, A, d, g) und mit größerem Korpus. – 2. Hawaii-Gitarre – 3. Schlaggitarre, besonders in Jazz- und Tanzkapellen. – 4. Elektrogitarre (E-Gitarre), mit Stahlsaiten, unter denen Tonabnehmer (Magnete, Spulen sowie Kondensatoren; elektrische Musikinstrumente) angebracht sind. Eine Sonderform der Elektrogitarre ist die 4-, seltener 5- oder 6-seitige elektrische Bassgitarre (E-Bass), die seit den 1950er Jahren in der Pop- und Rockmusik zunehmend den Kontrabass als Bassinstrument verdrängt hat.
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