Lexikon
Kasachstan
Wirtschaft und Verkehr
Auch in Kasachstan führte die Unabhängigkeit nach der Auflösung der Sowjetunion anfangs zu ökonomischen Problemen. Aufgrund des Reichtums an Bodenschätzen, vor allem an fossilen Brennstoffen, zeichnete sich jedoch ab 1996 ein leichter wirtschaftlicher Aufschwung ab, der durch die Entdeckung neuer Ölfelder beträchtlich an Dynamik gewonnen hat. Das Land verfügt über reiche Erdöl- und Erdgaslager an der Nordostküste des Kaspischen Meeres und Kohlenvorräte im Gebiet von Karaganda und Ekibastus im Zentrum. Mit Hilfe internationaler Investitionen werden immer neue Erdölfelder erschlossen. Außerdem werden Eisen, Kupfer, Chrom, Wolfram, Zink, Gold, Silber, Mangan und Uran abgebaut. Auf der Basis dieser Rohstoffe entwickelte sich schon früh die metallurgische Industrie, die Erdölverarbeitung und der Schwermaschinenbau. Auch die Nahrungsmittel-, Textil- und Lederindustrie hat Tradition, während die Konsumgüterindustrie noch mangelhaft entwickelt ist.
Obwohl nur ein Fünftel der Landesfläche ackerbaulich nutzbar ist, ist Kasachstan ein wichtiger Nahrungsmittelproduzent. Im nordkasachischen Neulandgebiet wird auf fruchtbaren Schwarzerdeböden Weizen-, Zuckerrüben-, Tabak- und Sonnenblumenanbau mit Fleisch- und Milchviehzucht betrieben und im Bewässerungsbereich der Flüsse im Süden der Anbau von Baumwolle, Reis, Gemüse, Wein und Obst. Die mageren Weiden der Trockensteppen und Halbwüsten erlauben eine extensive Viehzucht (Schafe, Ziegen und Kamele). Von Bedeutung ist auch die in Aquakultur betriebene Kaviargewinnung am Kaspischen Meer.
Vor allem im Süden ist das Verkehrsnetz bisher nur unzureichend ausgebaut. Nur rund die Hälfte des Straßennetzes ist befestigt, am wichtigsten ist die Straßenverbindung von Almaty über Astana bis nach Russland. Die Eisenbahn ist der wichtigste Verkehrsträger; ein Drittel des Schienennetzes ist elektrifiziert. Durch den Neubau von Pipelines sollen die Gewinne aus dem Ölgeschäft gesteigert werden.
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