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LEXIKON

Leonrdo da Vinci

[-ˈvintʃi]

Perfektionierung der Malerei

Leonardos Gemälde leiteten als reinste Verkörperung der Schönheitsideale der italienischen Renaissance deren Hochphase ein. Bereits die frühesten erhaltenen Werke offenbaren eine reife Beherrschung der künstlerischen Mittel. So zeigen die von ihm in Verrocchios „Taufe Christi“ (14741475; Florenz, Uffizien) ausgeführten Partien (Landschaft und kniender Engel) die Charakteristika seiner auf minutiösen anatomischen und perspektivischen Studien beruhenden Malerei. In der Vereinheitlichung von Figur und Raum überwand er die häufig noch starr konstruierten Kompositionen der Frührenaissance. Die plastisch aufgefassten, in komplexen Bewegungen agierenden Figuren werden häufig zu räumlichen Gruppen zusammengefasst („Hl. Anna Selbdritt“ 15081511; Paris Louvre) und durch ausdrucksstarke Gesten aufeinander bezogen („Abendmahl“ 14951497; Mailand, Refektorium von Santa Maria delle Grazie; „Felsgrottenmadonna“ 1. Fassung: 14831586; Paris, Louvre, 2. Fassung: 15031506; London, Britisches Museum).
Leonardo da Vinci: Anatomische Zeichnung
Anatomische Zeichnung
Leonardo da Vinci, Anatomische Zeichnung; Sektion der Hauptorgane und des Arteriensystems der Frau
Das Streben nach idealen Proportionen brachte bisweilen eine Typisierung der Physiognomien und eine unbestimmte Mimik mit sich (Mona Lisa 15031506; Paris, Louvre). Eine virtuose Hell-Dunkel-Malerei (Chiaroscuro) mit weichen Licht- und Schattenübergängen trägt zur häufig geheimnisvollen Wirkung bei. Rauchig aufgelöste Umrisse (Sfumato) nehmen den Umrissen ihre lineare Schärfe und nähern die Bildwelt durch die Einführung einer Lichtperspektive den optischen Bedingungen der Realwelt an. Die naturwissenschaftlichen Grundlagen und künstlerischen Zielsetzungen seiner Malerei formulierte Leonardo in den Notizen zu seinem erst postum zusammengestellten „Traktat über die Malerei“. Über die ihm folgenden Künstlergenerationen (Raffael, Correggio, Giorgione, A. Dürer, Q. Massys) hinaus, reichte Leonardos Einfluss bis in die Malerei des Barock (P. P. Rubens, Rembrandt).
  1. Einleitung
  2. Universalgelehrter
  3. Perfektionierung der Malerei
  4. Verlorene, unvollendete, nicht ausgeführte Werke
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