Lexikon

Marxịsmus

Kritik der politischen Ökonomie

Den Kern der marxistischen Gesellschaftsanalyse bildet die Darstellung, Analyse und Kritik der kapitalistischen Produktionsweise in „Das Kapital“ (1867ff.), in dem Marx versucht, die begriffliche Analyse der materiellen Grundlage der bürgerlichen Gesellschaft zu liefern. Hierbei bezieht er sich explizit auf die verschiedenen Klassiker, die die politische Ökonomie des Kapitalismus untersucht haben, wie z. B. A. Smith und D. Ricardo, denen er allerdings apologetische Beschreibung und Rechtfertigung der kapitalistischen Gesellschaftsformation vorwirft.
Die Analyse der tieferen ökonomischen Bewegungsgesetze beginnt Marx zunächst an der Oberfläche der Erscheinungen mit der Analyse der Warenform und dem Zusammenhang von Tausch- und Gebrauchswert. Die Entfaltung der allgemeinen Wertform und deren Übergang in die Geldform führt schließlich zur Darstellung der Verwandlung von Geld in Kapital und zur Entstehung des Mehrwerts in der Produktionssphäre. Der Kapitalist erwirbt danach die Verfügungsgewalt über das Arbeitsvermögen des Arbeiters für einen Arbeitstag. Während dieses Arbeitstages braucht der Arbeiter eine bestimmte Zeit, um den Wert zu reproduzieren, den er für die Erhaltung seiner Arbeitskraft vom Kapitalisten als Lohn erhalten hat. Die Zeit, in der über diese notwendige Arbeitszeit hinaus produziert wird, verursacht dem Kapitalisten keine Kosten. Der Wert, den er sich in dieser Zeit aneignet, ist der Mehrwert. Dabei zeigt sich nach Marx ein tief gehender Widerspruch in der kapitalistischen Produktionsweise. Einerseits wird durch diese die Entfaltung der gesellschaftlichen Produktivkräfte gegen eine absolute Grenze getrieben, andererseits wird die Erwirtschaftung eines möglichst hohen Profits angestrebt. Um Profit zu erzielen, sucht das Kapital seine Mehrwertproduktion zu steigern, dazu ist aber eine immer größere Anzahl von Arbeitskräften nötig. Die gleichzeitige Produktivkraftentwicklung (neue Technologien, Steigerung der Arbeitsproduktivität) macht jedoch wiederum eine Vielzahl von Arbeitsplätzen überflüssig. Diesen Widerspruch fasst Marx in das Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate. Weil immer weniger Arbeitskräfte benötigt werden, sinkt der erzielte Mehrwert im Verhältnis zum angewandten Gesamtkapital. Gleichzeitig sinkt bzw. stagniert die Konsumfähigkeit, da die Arbeiter in ihrer Funktion als Käufer eingeschränkt sind. Die Folge ist Überproduktion. Die Kette von Kauf und Verkauf reißt. In den zyklisch auftretenden Krisen treten die sonst latenten Widersprüche der kapitalist. Produktionsweise zu Tage. Begleitet wird diese Entwicklung von einer zunehmenden Konzentration des Kapitals bei gleichzeitiger Verelendung der Arbeiterklasse.
An die Strukturbeschreibung der Funktionsweise des Kapitals im Allgemeinen wollte Marx noch eine analytische Untersuchung des Grundeigentums, der Lohnarbeit, des Staates sowie des Weltmarktes anschließen. Die Ausführung des Gesamtplans gelang Marx jedoch nicht mehr. Durch seinen Tod 1883 blieb die Kritik der politischen Ökonomie Fragment.
  1. Einleitung
  2. Materialistische Auffassung der Geschichte
  3. Kritik der politischen Ökonomie
  4. Weitere Entwicklung
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