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Auf Distanz zum Marxismus

Was die Sozialdemokraten vor 50 Jahren beschlossen

Auf einem Sonderparteitag in Bad Godesberg am 15. November 1959 beschließt die SPD mit 340 gegen 16 Stimmen ein neues Grundsatzprogramm. Mit dem "Godesberger Programm" gehen die Sozialdemokraten auf Distanz zum Marxismus und streben die Entwicklung der SPD von einer Arbeiterpartei zu einer Volkspartei an.

Lesen Sie hier Auszüge aus dem Programm

Abkehr vom Kommunismus

Das neue Grundsatzprogramm ist das fünfte Programm der SPD, die 1875 durch Zusammenschluss der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei mit dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein entstand. Es löst das Heidelberger Programm von 1925 ab. Zu seinen wesentlichen Merkmalen zählt die klare Trennungslinie zum Kommunismus, das Bekenntnis zur Landesverteidigung und die Forderung nach öffentlicher Kontrolle wirtschaftlicher Machtkonzentration.

Widerstand von links

Bei der Verabschiedung des "Godesberger Programms" setzt sich der Parteivorstand gegen den Widerstand des linken Flügels durch, der für die Beibehaltung marxistischer Positionen eintritt. Der energischste Befürworter des Programms, der stellvertretende SPD-Vorsitzende Herbert Wehner, muss sich besonders bei den Leitsätzen zur Landesverteidigung gegen linke Kritiker zur Wehr setzen. Den Delegierten, die eine Abschaffung der Bundeswehr oder ihren Ersatz durch eine Art Grenzschutz sowie die Ablehnung der allgemeinen Wehrpflicht fordern, entgegnet Wehner: "Das Bekenntnis zur Verteidigung der demokratischen Grundordnung und das Bekenntnis zur Landesverteidigung sind untrennbar miteinander verbunden." Die SPD bleibt bei ihrer Ablehnung von Atomwaffen und befürwortet das Recht auf Kriegsdienstverweigerung.

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Chronik Jahresband 1959
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