Lexikon
Moor
Moor: Entstehung und Aufbau
Moor: Entstehung und Aufbau
© wissenmedia
Bekassinen
Bekassinen
Sümpfe, überschwemmte Wiesen und Moore
sind der Lebensraum der Bekassine. Die Gefiederstreifung ähnelt getrockneten
Schilf- oder Seggenhalmen.
© RCS Libri & Grandi Opere SpA Milano/Il mondo degli animali
Das Hochmoor (Heide-, Torfmoor, Moos, Fenn, Fehn) verdankt seine Entstehung allein den atmosphärischen Niederschlägen, kann also nur in Gegenden mit reichlichen Niederschlägen und hoher Luftfeuchtigkeit sowie geringer Wärme und damit geringer Verdunstung auftreten. Das ist in Deutschland der Fall im westlichen Teil des Norddeutschen Tieflands, im Alpenvorland und in der Bergwaldstufe der Mittelgebirge; ansonsten finden sich ausgedehnte Moorlandschaften in den Flachländern Nord- und Westeuropas (Finnland, Irland) und Nordasiens (Sibirien). Die fehlende Verbindung zum Grundwasser bedingt, dass das Wasser in den Hochmooren extrem nährstoff- und kalkarm ist. Entsprechend ist die Pflanzenwelt dürftig und arm an Arten; die Hauptrolle spielen Torfmoose (Sphagnum-Arten), daneben Wollgräser (Eriophorum-Arten), Seggen (Carex-Arten) und verschiedene Zwergsträucher, vor allem aus der Familie der Heidegewächse (Ericaceae). Man unterscheidet zwischen Versumpfungs- und Verlandungshochmoor. Erstere können unmittelbar aus Flachmooren hervorgehen; häufiger sind versumpfte Wälder auf nährstoffarmen Böden Ausgangspunkt. Die Torfmoose bilden dichte, Wasser aufsaugende Polsterdecken, die an der Oberfläche weiterwachsen, während die tieferen Schichten absterben und in Torf übergehen; die Oberfläche des Moors wird dadurch immer höher und bildet die typische konvexe Wölbung. – Sonderformen sind die Hangmoore der Gebirge und die Kammmoore auf den Kämmen und Wasserscheiden der Mittelgebirge. In der Wärmezeit von 8000 bis 5500 v. Chr. setzte verstärkte Torfbildung ein, besonders an den Nordseeküsten. Es entstanden ombrogene Hochmoore und in der jüngeren Hochmoorzeit 800–600 v. Chr. bis heute Weißtorfbildungen. – Hoch- und Flachmoore wurden durch Kultivierung und Torfabbau bis auf wenige Reste zerstört (besonders in der Bundesrepublik Deutschland); umfangreiche Schutzmaßnahmen dieser wichtigen Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere sind deshalb notwendig.
Wissenschaft
Ausweg aus der Antibiotika-Krise
Gegen viele Bakterien hilft kein Antibiotikum mehr. Doch Phagen können solche Bakterien töten. Nach einer langen Pause nimmt die Phagenforschung jetzt wieder Fahrt auf. von YasMin Appelhans Als das Telefon klingelt, ist Steffanie Strathdee ausnahmsweise nicht bei ihrem Mann im Krankenhaus. Dabei wacht sie seit Wochen fast ständig...
Wissenschaft
Urprall statt Urknall?
Unser Universum ist aus dem Kollaps eines Weltalls zuvor entstanden, meinen heute viele Kosmologen – und rätseln, wie dieses wohl beschaffen war. von RÜDIGER VAAS Quantenkosmologie ist nichts für schwache Nerven“, meint Edgar Shaghoulian von der University of California in Santa Cruz. „Sie ist der Wilde Westen der Theoretischen...