Lexikon

rganum

[das; Plural Organa; griechisch + lateinisch]
die seit dem 9. Jahrhundert dokumentierte älteste Form europäischer Mehrstimmigkeit. Ursprünglich improvisiert, wurde die Organumpraxis später in zahlreichen Handschriften niedergelegt (z. B. Musica Enchiriadis, um 800; Winchester Tropar, um 1050). In ihrer einfachsten Form liegt unter der vox principalis (der oberen Stimme, meist einem gregorianischen Choral) die vox organalis als Bordun oder der Melodie im Abstand einer Quarte folgend. Im 12. und 13. Jahrhundert entwickelten insbesondere Leonin(us) und Perotin(us) von der Notre-Dame-Schule
Modalnotation
Modalnotation
Dreistimmiges Organum (»Descendit in celis«) in Modalnotation aus dem 13. Jahrhundert. Wolfenbüttel, Herzog-August-Bibliothek
zwei-, drei- und vierstimmige Organa mit festen Regeln für die Stimmführung sowie formale Bildungen (Klauseln). In dieser neuen Praxis liegt die vox principalis in der Unterstimme mit langen Notenwerten, während die Oberstimmen im gleichen bewegten Rhythmus Melismen bringen (sog. schweifendes Organum). Vereinzelt hat sich das Organum bis ins 15. Jahrhundert hinein gehalten.
Mikroskopieaufnahme der Poren auf einem Blatt
Wissenschaft

Pflanzen können bis sechs zählen

Je nachdem wie nass oder trocken es ist, passen Pflanzen ihren Wasserverbrauch an, indem sie über ihre Poren auf den Blättern mehr oder weniger Wasser verdunsten lassen. Bestimmte Umweltreize zeigen ihnen Wassermangel an, woraufhin die Pflanzen ihre Poren schließen. Dabei zählen und verrechnen sie aufeinanderfolgende Umweltreize...

Humanoide Echse in Anzug mit Aktentasche, steht auf grauem Hintergrund, Text:
Wissenschaft

Fortschritt durch Abtritt

Max Planck schrieb in seiner wissenschaftlichen Selbstbiografie den Satz: „Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, dass ihre Gegner überzeugt werden und sich als belehrt erklären, sondern vielmehr dadurch, dass die Gegner allmählich aussterben und dass die heranwachsende Generation von...

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon