Lexikon
Selbstmordattentat
ein meist politisch motivierter Mordanschlag, der auch zum Tod des Täters führt. Selbstmordattentate wurden bereits im Mittelalter von den Assassinen begangen; sie traten in der neueren Geschichte verstärkt mit der Erfindung des Dynamits 1867 auf, verschwanden aber zunächst wieder durch Fortschritte in der Waffentechnik (Fernzündung). Als Beginn der modernen Form des Selbstmordattentats gilt der Angriff auf US-amerikanische und französische Truppen in Beirut 1983.
Seit Ende des 20. Jahrhunderts ist ein starker Anstieg an Selbstmordattentaten weltweit zu beobachten. Die bislang höchste Opferzahl verursachten die Anschläge vom 11. 9. 2001 (Elfter September).
Als Hauptgrund für diese Entwicklung wird der zunehmende Einfluss religiös-fundamentalistischer Motive (Heilsversprechen) gesehen, durch die der eigene Tod für den Attentäter an Bedeutung verliert. Selbstmordattentate erfordern zudem keine große Ausrüstung und sind verheerend in ihrer Wirkung. Durch die Verbreitung von Plänen zum Bombenbau im Internet können Einzeltäter und Kleingruppen auch unabhängig von einer Dachorganisation (z. B. Al Qaida) aktiv werden.
Wissenschaft
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