Lexikon
Steingut
weißes bis cremefarbenes feinkeramisches Erzeugnis mit porösem Scherben; Rohstoffe: weißbrennende reine Tone, Kaolin, Quarz, Feldspat oder auch Kalkspat. Man unterscheidet Hartsteingut (Feldspatsteingut), Scherbenbrand bei etwa 1300 °C; Kalksteingut, Scherbenbrand bei 1100 °C; gemischtes Steingut, Scherbenbrand bei etwa 1200 °C, und Tonsteingut, Scherbenbrand ebenfalls bei 1200 °C. Der zweite oder Glasurbrand findet bei 1000–1100 °C statt. Die echte Steingutglasur ist eine gefrittete blei- und borsäurehaltige Glasur. Für Hartsteingut wird zuweilen auch eine Weichporzellanglasur verwendet, die bei 1300 °C ausbrennt. – Das Steingut wurde um 1720 in England (Staffordshire) erfunden und von J. Wedgwood um 1765 verbessert; es verdrängte aufgrund günstiger wirtschaftlicher Produktionsbedingungen in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts weitgehend Fayence und Porzellan bei der Massenproduktion von Tafelgeschirr.
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