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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE

Debakel

De|ba|kel
n.
5
Zusammenbruch, Niederlage
[< 
frz.
débâcle
„Eisbruch, Eisgang, plötzliche Verwirrung, Auflösung“, zu
débâcler
„aufbrechen, gewaltsam öffnen, plötzlich aufgehen (von vereisten Gewässern)“, eigtl. „entriegeln“]
Debakel:
Der Ausdruck für „Zusammenbruch“, „Niederlage“ kommt aus dem Französischen und ist schon seit dem 19. Jahrhundert im Deutschen bekannt, nicht zuletzt durch Emile Zolas Roman „La débâcle“ über den DeutschFranzösischen Krieg 1870/71.
Débâcle
bedeutet „Auflösung“, „Zusammenbruch“, „Aufbrechen des Eises“ (bei Gewässern). Das Verb „débâcler“ meint „aufbrechen“ und „aufgehen“ (von vereisten Gewässern). Darin steckt das lateinische Wort
baculum
„Stab“, „Stock“, „Riegel“ (dementsprechend:
bacculare
„etwas mit Holz oder einem Riegel versperren“). Da das Aufbrechen vereister Flüsse im Frühjahr oft Überschwemmungen verursacht oder große Ansammlungen von Eisschollen oder mitgerissenen Baumstämmen zur Folge hat, ist es auch ein Grund für Zerstörung oder Chaos.
Im heutigen Sprachgebrauch schwingt bei dem Wort
Debakel
immer die Konnotation „Blamage“ oder „Fiasko“ mit. Wenn eine Partei bei Wahlen
ein Debakel erlebt,
verliert sie in ungekanntem Ausmaß Stimmen. Ein Sportler kann ein Debakel erleben, wenn er bei einem Wettkampf unter seinen Möglichkeiten bleibt und so womöglich haushoch verliert. Die Schwierigkeiten mit der künftigen Finanzierung der Rentensysteme werden auch als
Rentendebakel
bezeichnet.
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