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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE

Schikane

Schi|ka|ne
f.
11
1.
absichtlich bereitete Schwierigkeit
2.
ugs.
Kniff, Feinheit;
mit allen ~n
3.
Autorennsport
schwieriger Abschnitt mit vielen Kurven
[< 
frz.
chicane
„Rechtsverdrehung, Trick, Kniff, in böswilliger Absicht begonnener Prozess“, dazu das Verb
chicaner
„betrügen“; weitere Herkunft unbekannt]
Schikane:
Schikane
bedeutet eigentlich „Täuschung“, „Irreführung“, „Betrug“, und zwar durchaus in juristischem Sinn. So wird das französische Ursprungswort
chicane
bzw.
chicanerie
verwendet, das in dieser Bedeutung seit dem frühen 17. Jahrhundert auch in England als
chicanery
zu finden ist. Das Verb
chicaner
heißt „rechtliche Kniffe anwenden“ (eigentlich: „einen Rechtsfall einleiten“).
Das vor 1800 als
Schikane
ins Deutsche gewanderte Wort zielt dagegen allgemein auf „absichtlich“, im Sinn von „böswillig bereitete Schwierigkeit“ oder „künstliches Hindernis“ (was etwa für die Bezeichnung eines besonders schwierigen Streckenabschnitts im Motorsport gilt). Jemand, der andere
schikaniert
, ist ein
Schikaneur.
Das Adjektiv lautet
schikanös.

Im engeren, juristischen Sinn bezeichnet
Schikane
konkret eine sachlich nicht gerechtfertigte, böswillige Handlung zum Schaden eines anderen. Das Bürgerliche Gesetzbuch kennt den Begriff des
Schikaneverbots
, wonach es unzulässig ist, eine formal bestehende Berechtigung auszuüben, wenn die Ausübung nur den Zweck haben kann, einem anderen Schaden zuzufügen.
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