Wahrig Synonymwörterbuch

Im Spiel des Lebens

In zahlreichen Redewendungen wird Spiel als Metapher für Leben verwendet, wobei die Konnotationen zwischen Glücksspiel, Wettkampf, und Schauspiel schwanken. Etwas aufs Spiel setzen bedeutet »etwas wagen«. Auf dem Spiel stehen heißt »in Gefahr sein«.
Wer ein falsches/doppeltes Spiel treibt, betrügt; ehrlich ist dagegen, wer ein offenes Spiel spielt. (Ein) freies Spiel haben ist ein Ausdruck von Unabhängigkeit. Die Redensart ein leichtes Spiel haben besagt, dass man ohne Schwierigkeiten mit jemandem/etwas fertig wird. Abgekartetes Spiel nennt man eine heimliche Verabredung zu Lasten Dritter. Ein gewagtes Spiel treibt einer, der gefährliche Mittel einsetzt. Wer das Spiel zu weit treibt, überschreitet die Grenzen des Zulässigen oder des Vernünftigen. Gewonnenes Spiel hat derjenige, der sein Ziel erreicht hat. Jemandes Spiel durchschauen bedeutet, böse Absichten zu entlarven. Das Spiel ist aus heißt, eine Sache wird als aussichtslos angesehen. Als Spiel mit dem Feuer bezeichnet man den leichtfertigen Umgang mit einem Risiko.
Etwas (nur) als Spiel ansehen/betrachten/auffassen bedeutet, es nicht ernst zu nehmen. Seine Hand im Spiel haben heißt »beteiligt sein«. Wer in Ruhe gelassen werden oder mit einer Sache nichts zu tun haben will, sagt Lassen Sie mich aus dem Spiel! Einer, der wider Willen mitmacht beziehungsweise sich etwas Unangenehmes gefallen lassen muss, macht gute Miene zum bösen Spiel. Wie die Bilder aus dem Glückspiel verweisen auch Wendungen wie Spiel des Schicksals/Zufalls auf die Vorstellung, dass das Leben nicht vollständig kontrollierbar ist. Um Spiel im Sinn von musikalischer Darbietung geht es in der Wendung mit klingendem Spiel (einziehen). Sie bezieht sich auf den Aufmarsch einer spielenden Militärmusikkapelle.
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