Wahrig Herkunftswörterbuch
antun: es jemandem angetan haben
Auch wenn man sich heute kaum etwas Böses dabei denkt, wenn man sagt, jemand habe es einem angetan – eigentlich bedeutet diese Redensart, dass man von jemandem verhext worden ist. Gemeint ist ein Schadens– oder Liebeszauber, der Hexen zugeschrieben wurde. Es antun heißt in diesem Fall „einen Zaubergegenstand anheften“. Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts lexikalisch belegt, ist die Redensart vermutlich jedoch noch deutlich älter. Der Schadenszauber ist heute ganz verdrängt, vom ursprünglichen Liebeszauber ist noch die Bedeutung „jemandem gefallen“ übrig geblieben, die allerdings nicht nur auf Menschen, sondern auch auf Dinge ausgedehnt wurde, die ästhetisch begeistern. In der verhüllenden Wendung sich etwas antun „sich töten“ jedoch scheint der Tabucharakter der Wendung noch auf.
Wissenschaft
Atome im Visier
Teilchen wie Atome oder Moleküle bei ihrer Bewegung nach dem Rhythmus der Quantenphysik zu beobachten, war lange undenkbar. Das hat sich geändert – dank der Technik des Quantengasmikroskops. von RALF BUTSCHER Wie verhalten sich einzelne Atome in einem Gas? Kapseln sie sich voneinander ab und führen ein distanziertes Eigenleben?...
Wissenschaft
Künstliche Debatten über Künstliche Intelligenz
Von Künstlicher Intelligenz (KI) kann man in den Medien seit den 1970er-Jahren lesen oder hören – zunächst natürlich auf Englisch: Artificial Intelligence (AI) hieß das Schlagwort, und es wird historisch interessierte Menschen amüsieren, wenn sie erfahren, dass damals auch der Ausdruck „information overload“ geprägt wurde,...