Wahrig Herkunftswörterbuch
1. Korn
Getreide
♦
mhd.
korn,ahd.
korn; ausgerm.
*kurna „Korn, Getreide“, seinerseits ausidg.
*grənó– „Korn“, auch inlat.
granum „Korn“ undlitau.
žìrnis „Erbse“; zunächst bezeichnete Korn nur die Samen oder Früchte eines Getreides, ging später dann auf Getreide im Allgemeinen über; auf die ältere Bedeutung bezieht sich auch Korn als Visiereinrichtung einer Waffe, sie wurde aufgrund ihrer Form danach benannt2. Korn
klarer Schnaps
♦
der Ausdruck ist eine Abkürzung aus Kornbranntwein; die Benennung gründet darin, dass das alkoholische Getränk aus Getreide gebrannt wird
Korn: etwas aufs Korn nehmen
Allein die Umschreibungen „jemanden zur Zielscheibe seiner Kritik machen“, „jemanden ins Visier nehmen“ oder das norddeutsche „jemanden auf dem Kieker haben“, die aufs Korn nehmen bisweilen ersetzen, verraten bereits viel über die Herkunft der Redewendung. Mit dem Korn ist nicht das Getreidekorn gemeint, das auch ein blindes Huhn manchmal findet, sondern der aus der Wendung über Kimme und Korn bekannte, einem Getreidekorn ähnelnde Fixpunkt am Schaft eines Gewehrs. Diesen muss man beim Zielen mit der auch Visier genannten Kimme, einem näher am Auge des Zielenden gelegenen Einschnitt, und dem Ziel in Übereinstimmung bringen. Mit einem Blick über die Kimme hinweg kann man feststellen, dass sich das Korn mit dieser deckt, also das Ziel „aufs Korn genommen“ ist. Vom Zielen auf das Wild wurde diese Redensart, bei der die scharfe Betrachtung im Mittelpunkt steht, im 18. Jahrhundert auf das symbolische, spöttische Zielen auf eine Sache oder einen Menschen übertragen.
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