Wahrig Herkunftswörterbuch

Pleite
Wenn jemand pleitegeht, dann ist er umgangssprachlich mitunter versucht, die Platte zu putzen („zu verschwinden“). Nicht nur unter diesem Aspekt, sondern auch etymologisch sind die Wendungen miteinander verwandt: Ihr erster Teil stammt von dem hebr. Wort pəlēā „Flucht, Entrinnen, Rettung“ (zu palat „entrinnen“). Ausgehend von der Bedeutung „Flucht“, war Pleite „Zahlungsunfähigkeit, finanzieller Ruin“ eigentlich die „Flucht des Bankrotteurs vor der drohenden Schuldhaft“. Im Jiddischen wurde pəlēā zu pleto, das bereits in der Wendung plete gehen benutzt wurde. Ins Deutsche kam das Wort Pleite schließlich im 19. Jh. über das Rotwelsche. Der Pleitegeier, von dem man im Deutschen spricht, ist eigentlich ein Pleitegeher, denn –geher wird jiddisch –geier ausgesprochen.
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