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Ausgestorbene Tiere – eine lange Geschichte

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... vor 65.000.000 Jahren

Vor etwa 4,6 Milliarden Jahren ist die Erde aus einer Gas- und Staubwolke im Weltall entstanden. Es dauerte noch rund 500 Millionen Jahre, bis sich Wasser bildete und die ersten Bakterien und Algen erschienen. Es vergingen noch einmal Milliarden Jahre, bis sich die ersten vielzelligen Tiere entwickelten, Schwämme, Nesseltiere und Würmer. Im Erdaltertum, das vor rund 600 Millionen Jahren begann, kamen andere Tierarten hinzu. Die Säugetiere erschienen erst spät auf unserem Planeten. Mit ihrem Aufstieg begann vor 65 Millionen Jahren die Erdneuzeit. Menschen lebten damals noch nicht auf der Welt. Sie traten erst vor sechs bis acht Millionen Jahren auf.

Die Geschichte der Tiere

Die Geschichte der Erde begann vor etwa 4,6 Milliarden - 4.600.000.000 - Jahren. Die Geschichte der Tiere umfasst gerade einmal 700 Millionen Jahre. Die Geschichte der Menschheit wiederum beträgt nur einen winzigen Bruchteil der Erdgeschichte, nämlich sechs bis acht Millionen Jahre. Tiere leben also schon hundertmal so lang auf der Erde wie der Mensch. Wir wissen nicht, wie viele Tierarten es in dieser langen Zeit schon gegeben hat. Wissenschaftler schätzen, dass es bisher etwa 500 Millionen Tierarten auf der Erde gab.

Rund 1,5 Millionen Tierarten sind bis heute erfasst und beschrieben. Wo aber sind die anderen Hunderte von Millionen Tierarten geblieben? Sie sind ausgestorben. Dieses Aussterben erfolgte nicht auf einmal, sondern ganz allmählich. Sehr langsam verschwand eine Tierart von der Erde, weil es für sie nicht mehr genug zu fressen gab. Oder sie starb aus, weil eine neue Tierart entstanden war, die sie jagte und ausrottete. Es gibt viele Gründe, weshalb Tiere aussterben.

Arten kommen und gehen

Nicht immer verschwinden Arten durch Nahrungsmangel oder Ausrottung. Im Laufe der Evolution haben sich Tierarten verändert. Sie haben sich ihrer veränderten Umwelt angepasst und zu neuen Arten entwickelt. Zum Beispiel verloren Fische, die an Land gingen, ihre Kiemen. Sie bildeten Lungen aus und wurden allmählich zu Amphibien. Können sich Tiere an ihre veränderte Umwelt nicht anpassen, dann sterben sie aus. Das ist auch heute noch so. Gleichzeitig entstehen aber auch neue Arten.

Manchmal sterben Tiere durch eine Naturkatastrophe aus. Das war vielleicht bei den Dinosauriern der Fall. Sie herrschten 150 Millionen Jahre lang auf der Erde und entwickelten immer größere Formen. Gegen Ende der Kreidezeit vor rund 65 Millionen Jahren verschwanden die Dinosaurier plötzlich von der Erde. Manche Wissenschaftler vermuten, dass vielleicht ein Meteorit explodierte und auf die Erde fiel. Sie verdunkelte sich durch Unmengen von aufgewirbeltem Staub und kühlte dabei stark ab. Wir wissen aber nicht genau, warum die Saurier untergegangen sind. Wir wissen nur, dass sich nach ihnen die bis dahin meist kleinen Säugetiere zu großen Tieren entwickelten. Sie waren den neuen Umweltbedingungen besser angepasst.

... vor 10.000 Jahren

Vor 600.000 Jahren herrschte auf der nördlichen Erdhälfte eine Eiszeit. Damals waren große Gebiete mit Gletschern bedeckt. Im Laufe der Erdgeschichte wechselten immer wieder Kaltzeiten mit Warmzeiten ab. Viele Tiere, die sich nicht an die Änderungen des Klimas anpassen konnten, starben aus. Vor rund 70.000 Jahren begann die letzte große Eiszeit auf der Nordhalbkugel der Erde. Mehrmals schoben sich gewaltige Gletscher vor und zogen sich wieder zurück. Diese letzte Eiszeit ging erst vor etwa 10.000 Jahren zu Ende.

Tiere der Eiszeit

Während der Eiszeiten waren gewaltige Mengen an Wasser gefroren. Dies hatte zur Folge, dass die Meeresspiegel sanken. Flache Meere trockneten aus. Die Tiere konnten nun von einem Erdteil zum anderen ziehen. So wanderten zum Beispiel Urpferde aus Nordamerika nach Asien ein. Aus Asien wiederum gelangten die Mammuts nach Amerika. Die Lebensräume der Tiere änderten sich im Abstand von einigen tausend Jahren ständig. Riesige Gletscher bildeten oft unüberwindliche Hindernisse. In den abgeschlossenen Gebieten entstanden auch viele neue Tierarten. Es entwickelten sich Riesenformen von Säugetieren.

Am größten war das Mastodon. Dieses Riesenmammut hatte gewaltige Stoßzähne und lebte in Amerika. Das europäische Mammut war kaum kleiner. Das Riesenfaultier war schwerer als ein Elefant. Es lebte am Boden, da es nicht mehr auf Bäume steigen konnte. Die Biber wurden damals so groß wie heute die Bären. Und der Höhlenbär war verglichen mit einem Grisli ein wahrer Koloss. In Europa lebte auch das Wollnashorn. Das gefährlichste Raubtier aber war der Säbelzahntiger. Er besaß ein schreckliches Gebiss mit bleistiftlangen Dolchzähnen.

Das große Sterben

Mit dem Ende der Eiszeit vor 10.000 Jahren starben fast alle Säugetierriesen aus. Sie konnten sich den veränderten Lebensbedingungen nicht anpassen. Nur die Moschusochsen, die es damals schon gab, überlebten bis heute in der Arktis. Als das Eis schmolz und es wärmer wurde, versanken manche Säugetierriesen im Morast. In dem dauernd gefrorenen Boden der Tundra werden immer wieder gut erhaltene Mammuts und vor allem ihre riesigen Stoßzähne gefunden.

 

Viele Tiere wurden auch von den Jägern der Steinzeit ausgerottet. Die Menschen jagten damals nicht nur das Mammut, sondern auch den Höhlenbären und das Wollnashorn. Die großen Säugetiere wie Elefanten, Kamele und Nashörner waren einst über die ganze Erde verbreitet. Heute leben sie nur noch in Teilen Afrikas und Asiens und sind vom Aussterben bedroht.

... seit 500 Jahren

Die meisten Tiere, die wir heute kennen, gab es schon in der Eiszeit oder noch viel früher. Sie überlebten in einer veränderten Umwelt, weil sie sich anpassen konnten. Bis vor etwa 10 000 Jahren verschwanden Tierarten gewöhnlich durch natürliche Auslese. Sie starben aus, weil sie nicht mehr lebenstüchtig waren. Seit immer mehr Menschen mit immer wirkungsvolleren Waffen Jagd auf Tiere machen, werden Tierarten ausgerottet. Viele Tiere verschwinden auch von der Erde, weil ihre Lebensräume zerstört werden.

Kein Platz für Tiere

Jede Stunde verschwinden etwa drei Tierarten von der Erde. In den letzten 500 Jahren sind Hunderte von Tierarten ausgestorben. Die meisten wurden von den Menschen ausgerottet. Als diese begannen, die Erde zu erobern, waren ihnen die Tiere oft im Weg. Die Menschen rodeten Wälder, um Felder anzulegen. Sie veränderten Landschaften und bauten Städte und Straßen. Viele Tiere verloren dadurch ihren Lebensraum. Sie kamen um oder retteten sich in unzugängliche Gebiete. Doch bald folgte ihnen der Mensch auch dorthin.

Wenn der Lebensraum für eine Tierart zu klein wird, droht diese auszusterben. Die Tiere finden dann nicht mehr genug zu fressen und können sich nicht mehr fortpflanzen. Macht der Mensch zusätzlich noch Jagd auf diese Tiere, dann sind sie rasch vom Aussterben bedroht. Auch vom Menschen verschleppte Tiere wie Hunde, Katzen und Ratten tragen zum Aussterben vieler Tierarten bei.

Schädliche und nützliche Tiere

Die Menschen haben die Tiere schon immer in nützliche und schädliche eingeteilt. Schädlinge verfolgten und töteten sie. Dazu zählten Raubtiere wie die Wölfe. Sie machten den Menschen die Jagdbeute streitig oder rissen das Vieh auf der Weide. Bei uns hat man die Wölfe ausgerottet.

 

 

Nützliche Tiere waren hingegen jene, die den Menschen Fleisch, Felle oder Elfenbein lieferten. Gerade diese Tiere wurden besonders gejagt. In Amerika hat man Millionen von Bisons getötet. Diese Präriebüffel waren schon bis auf wenige hundert Tiere ausgerottet, bevor sie vor dem Aussterben gerettet wurden.

Jagdlust und Habgier

Von der Wandertaube, die einst in Amerika in riesigen Schwärmen umherflog, wurde im Jahr 1900 das letzte Tier erlegt. Damit war diese Vogelart ausgestorben. Nicht viel besser erging es der Dronte auf der Insel Mauritius. Der große Vogel konnte nicht fliegen und gab einen guten Braten ab. Anlandende Seefahrer fingen die Dronten und ergänzten so ihren Fleischvorrat. 180 Jahre nach ihrer Entdeckung war die Dronte ausgestorben. Auch die Riesenschildkröten auf den Galapagosinseln wurden als lebender Fleischvorrat gefangen. Heute gibt es nur noch wenige dieser Reptilien. Von den einst riesigen Elefantenherden sind nur noch kleine Reste übrig.

Die Liste der Tierarten, die durch Unvernunft oder Habgier der Menschen von der Erde verschwanden, ist sehr lang.

Buch-Tipps

N.N.
Bertelsmann Kinder-Tierlexikon
Bertelsmann Lexikon Institut Januar 2002
288 Seiten
19,95 €
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