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Die E-Zigarette als Alternative?

Aschenbecher mit glimmender Zigarette
Jeder weiß, dass Rauchen ungesund ist.

Jeder weiß, dass Rauchen ungesund ist. Das in Tabakzigaretten enthaltene Nikotin und zahlreiche andere Substanzen schaden dem Körper langfristig und können zu schweren Krankheiten führen. Für viele ist das einer der Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören. Wer über viele Jahre täglich mehrere Zigaretten geraucht hat, ist abhängig. Die Sucht zu stoppen, ist nicht leicht. E-Zigaretten bieten vielen Süchtigen einen Weg, langsam mit dem Rauchen aufzuhören. Die erste aufgeführte Statistik gibt die Ergebnisse einer Umfrage aus dem Jahr 2013 unter Nutzern eines Portals zum Thema E-Zigaretten wieder. Demnach vertritt rund die Hälfte der Befragten die Meinung, dass sich das Dampfen von E-Zigaretten etablieren wird.

Infografik - Umfrageergebnis zu den Zukunftsaussichten des E-Rauchens
Das E-Rauchen wird nicht einfach wieder in der Versenkung verschwinden.

Immer mehr Raucher meistern es mit der Elektro-Zigarette erfolgreich, vom stark gesundheitsgefährdenden Glimmstängel weg zu kommen. Das Dampfen einer E-Zigarette ahmt ein lieb gewordenes Ritual nach, ist dabei aber weitaus weniger schädlich als das Rauchen. Die nachfolgende Grafik zeigt, dass die Beliebtheit der E-Zigarette kontinuierlich steigt und schon sehr vielen Menschen beim Ausstieg aus ihrer Raucherkarriere  geholfen hat.

Infografik - Zeitraum seit E-Zigaretteneinstieg der Befragten
Die E-Zigarette befindet sich weiterhin im Aufwind.

Die elektrische Alternative ist weit mehr als nur ein Rauchersatz. Für viele ist das Dampfen zum Genuss und Ausdruck eines modernen Lifestyles geworden. Prominente wie Paris Hilton, Katherine Heigl oder Jonny Depp nutzen die E-Zigarette seit langem.

Wer hat die E-Zigarette erfunden?

Im Jahr 1963 meldete der Amerikaner Herbert A. Gilbert ein Patent zum tabakfreien Rauchen an. Statt Tabak sollte die Zigarette aromatische Dämpfe verbrennen. Trotz einiger Angebote gelang ihm der Durchbruch damals nicht. Auch war die Tabak-Lobby an der E-Zigarette zu diesem Zeitpunkt nicht interessiert. Die gesundheitlichen Auswirkungen des Rauchens waren damals noch weitgehend unbekannt.

Rund vierzig Jahre später entwickelte der chinesische Pharmakologe Hon Lik erneut eine tabakfreie Zigarette. Der Kettenraucher zündete sich gleich morgens beim Aufstehen eine Zigarette an und rauchte täglich zwei Schachteln. Als sein Vater an Lungenkrebs erkrankte, träumte er von einer tabakfreien Apparatur. Im Jahr 2004 brachte er mit seiner Firma Ruyan die erste E-Zigarette auf den Markt, die er weltweit exportierte. Seitdem stieg die Nachfrage nach diesen Geräten stark an. In den vergangenen Jahren machte die Branche mehrere Milliarden Dollar Umsatz. Auch die großen Tabakkonzerne investieren mittlerweile viel Geld in die Weiterentwicklung der E-Zigaretten.

E-Zigarette als Genussmittel

Die E-Zigarette ist ein Genussmittel und die Geräte sind langfristig günstiger als herkömmliche Zigaretten. Zudem entfällt die Tabaksteuer. Bisher erhebt der Staat auch keine Nikotinabgaben. Wer die E-Zigarette konsumiert, kann das Rauchverbot umgehen. In vielen Bundesländern sind die Rauch- bzw. Dampfgeräte in Gaststätten, Kneipen und Bars erlaubt. Der Dampf einer elektrischen Zigarette verfliegt sehr schnell und wird aufgrund der duftenden Aromastoffe von den meisten Menschen sogar als angenehm empfunden. Es gibt viel unterschiedliche Geschmacksrichtungen. Vom Tabakaroma bis zu Menthol oder Schokoladenaroma ist vieles dabei. Ein Aromafläschchen reicht – abhängig davon, was für ein Gerät verwendet wird – in Zigaretten umgerechnet für ca. 60 Stück.

Dampfende E-Zigarette
Im Dampf elektronischer Zigaretten sind vergleichsweise wenig belastende Stoffe enthalten.

Erwiesen ist, dass im Dampf von elektronischen Zigaretten nur wenige belastende Stoffe enthalten sind. Während der Tabakrauch über 5.000 verschiedene giftige und krebserregende Verbrennungsprodukte enthält, finden sich im Dampf der E-Zigarette nur rund 100 Stoffe. Wer auf Nikotin nicht verzichten möchte, der kann E-Liquids mit Nikotin kaufen und verdampfen. Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass das Dampfen von Elektro-Zigaretten auch nur eine annähernde Schädlichkeit von konventionellen Zigaretten hat. Aktuell gehen Experten sogar davon aus, dass der Konsum von E-Zigaretten zu etwa 95% weniger schädlich ist als der von Tabakzigaretten.

Ein weiterer Punkt ist, dass die Passivraucher weniger belastet werden, als es bei herkömmlichen Glimmstängeln der Fall ist. Der Dampf ist weniger schädlich als Zigarettenrauch, er “verduftet” bei einer Halbwertzeit von gerade einmal 10 Sekunden sehr schnell und setzt sich nicht in der Kleidung oder dem Haar fest. Für die Nutzer der E-Zigarette gilt: Der Dampf verfärbt die Zähne nicht.

In Europa sind rund 10 Prozent der Raucher auf die elektronischen Zigaretten umgestiegen. Infoportale wie E-Zigarette.de widmen sich umfangreich sämtlichen Aspekten des Dampfens.

Mundstücke zweier E-Zigaretten
Mittlerweile gibt es viele konkurrierende E-Zigaretten-Modelle.

Woraus bestehen E-Zigaretten?

Mittlerweile gibt es viele unterschiedliche E-Zigaretten-Modelle in Box- und in Röhrenform. Im Wesentlichen bestehen sie aus einem Mundstück, einem Verdampfer, einem Tank, in dem sich die Liquidflüssigkeit befindet, und einem Akku. Wenn der Nutzer an der Zigarette zieht, wird die Flüssigkeit am Mundstück vernebelt und inhaliert. Hier entsteht nicht das typische Glimmen, wie bei einer echten Zigarette. Viele Modelle verfügen aber über eine LED Anzeige, die das rote Glühen imitiert. Die Flüssigkeit enthält Wasser, Propylenglykol, Glyzerin, Ethanol und verschiedene Aromastoffe. Nikotin ist in vielen Modellen zu finden, die E-Zigaretten weisen jedoch weder Tabak noch Teer auf.

Sind E-Zigaretten gesundheitsgefährdend?

Verbotsschild für Damper (englischsprachiger Text)
Die Meinungen, ob die E-Zigarette harmlos ist oder nicht, gehen auseinander

Aufgrund neuester Untersuchungen und aktueller Forschungserkenntnisse gehen Experten aus Wissenschaft, Forschung und öffentlicher Gesundheit davon aus, dass das Dampfen zu ca. 95 % weniger schädlich ist als das Rauchen von Tabakzigaretten. Dadurch nimmt die E-Zigarette in heutigen Diskussionen auch eine bedeutende Rolle ein, wenn es um die weltweite Tabakschadensreduzierung geht. Der erfolgreiche Umstieg auf die elektrische Alternative zur Tabakzigarette könnte jährlich Millionen Ex-Rauchern das Leben retten. Manche E-Zigaretten-Nutzer zeigen Reaktionen auf den Dampf, die sich in Form von trockenen Schleimhäuten oder leichtem Brennen im Hals äußern können. In diesen Fällen kann eine selten auftretende Allergie oder eine Unverträglichkeit gegen das in E-Liquids enthaltene Propylenglykol vorliegen. Da es Wasser bindende Eigenschaften aufweist, sollte man darauf achten, beim Dampfen genügend zu trinken. In einer aufwändigen Studie aus dem Jahr 2015 konnte übrigens nachgewiesen werden, dass der Dampf einer Elektro-Zigarette die gleiche Wirkung auf die Zellen des menschlichen Lungengewebes hat wie verbrauchte Luft.  Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Genuss von E-Zigaretten erheblich weniger schädlich ist, als das Rauchen von klassischen Zigaretten.

Das europäische Parlament hat eine Vorschrift zur Regulierung von E-Zigaretten auf den Weg gebracht, die ab Mai 2016 in allen Mitgliedsländern in Kraft treten soll. Für eine sinnvolle Regulierung in den Bereichen Kinder- und Jugendschutz, Qualität, Sicherheit sowie Nachhaltigkeit setzen sich die größten deutschen E-Zigarettenhändler allerdings schon heute freiwillig ein. So zum Beispiel  der Verband des eZigarettenhandels (VdeH) oder das Büdnis für Tabakfreien Genuss e.V. (BfTG).

Fazit

Die Meinungen, ob die E-Zigarette harmlos ist oder nicht, gehen auseinander. Bisher fallen sie aber nicht unter das Rauchverbot. Die Stiftung Warentest kommt in ihrem Test zu dem Urteil, dass das Dampfen weniger schädlich ist, als das Rauchen. Wie sich die E-Zigarette bei einem langfristigen Konsum auswirkt, bleibt abzuwarten. Laut mr-smoke.de sind im Übrigen typische E-Raucher Familienmenschen zwischen 36 und 55 Jahren, besitzen ein mittleres Einkommen und haben nicht selten Abitur.

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