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„Leichenfund“ im Töpferofen

Neuer Krimi von Klaus Dittmar spielt im Westfälischen Römermuseum in Haltern

Im Töpferofen des Westfälischen Römermuseums in Haltern wird eine Leiche gefunden. Alles scheint auf einen Ritualmord hinzuweisen. Kommissar Erwin Schopetta ermittelt sogar gegen das Museumspersonal – zum Glück nur im neuen Krimi von Klaus Dittmar. Über das Buch „Kleines Latinum – Kommissar Schopetta und der Mord im Museum“ und die dazugehörige Recherche im Römermuseum befragte LWL aktuell Autor Klaus Dittmar und Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp.

Wie kamen Sie auf die Idee, einen Museumskrimi zu schreiben?
Dittmar: Während eines Besuchs im Römermuseum vor ein paar Jahren hatte ich spontan den Einfall mit dem mysteriösen Leichenfund im Töpferofen. Ich stellte mir vor, wie gruselig es wäre, wenn zwei leblose Beine aus dem tiefen Ofen ragen würden ... Und dann habe ich die Geschichte immer weiterentwickelt.

Was war Ihnen beim Schreiben besonders wichtig?
Dittmar: Ich wollte nicht nur einen Krimi, sondern auch einen Heimatroman schreiben. Daher war mir der Wiedererkennungswert von Orten in Westfalen und im
Ruhrgebiet besonders wichtig. Beispielsweise habe ich mich auch für die Beschreibung des Kommissariats in Recklinghausen in der realen Dienststelle informiert.

Wie lange haben Sie im Römermuseum recherchiert?
Dittmar: Ich kenne das Römermuseum schon seit meiner Kindheit und bin über neue Fundstücke und Veränderungen in der Ausstellung eigentlich immer auf dem
Laufenden. Speziell für den Roman habe ich zwei Jahre und sechs Monate im Museum und auch im Umfeld von regionalen Heimatvereinen recherchiert und gleichzeitig meine Geschichte geschrieben.

Herr Dr. Aßkamp, spielen Sie als Leiter des LWL-Römermuseums im Museumskrimi auch eine Rolle?
Aßkamp: Oh ja, der Museumsdirektor im Buch steht sogar unter Mordverdacht. Aber die Romanfigur hat mit meiner Person nur wenig gemeinsam. Schmierlewski-
Schwarzer heißt der Museumsdirektor im Krimi, ist zwei Meter groß und hat dunkle lange Haare. Das trifft auf mich alles genauso wenig zu wie seine kriminellen Verwicklungen.


Gibt es denn eine Person aus dem realen Museumsalltag, die im Krimi authentisch verewigt wurde?
Aßkamp: Ziemlich schmunzeln musste ich über die Romanfigur Heinrich Maria Bender, einen etwas verschrobenen Heimatforscher im Tropenanzug. Es handelt
sich um den armen Herrn, der als Leiche im Töpferofen endet. Zu uns ins Museum kam über lange Zeit regelmäßig ein Besucher, der uns im ähnlichen Aufzug immer
wieder versuchte, die Wahrheit über die Varusschlacht nahezu bringen. Klaus Dittmar hat übrigens auch die gesamte Museumsanlage detailgenau beschrieben.
Man findet selbst unser Museumscafé und seine Pächterin im Roman wieder.


Wie haben Sie vom Museumskrimi erfahren?
Aßkamp: Klaus Dittmar war in den letzten Jahren regelmäßig zu Gast in unserem Museum. Zum Römerfest kam er mit seiner ganzen Familie, aber dass er hier für
einen Krimi recherchiert hat, haben wir erst erfahren, als das Foto für den Buchtitel gemacht werden sollte.

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