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Status Quo

Die Lage scheint so desolat wie selten: Die Weltbörsen befinden sich im dramatischsten Abwärtssog der letzten siebzig Jahre - die Anlageform der Aktie steckt in einer tiefen Krise. Einst so sichere Häfen wie die Versicherer oder Pharmawerte werden zu Discount-Preisen gehandelt - nur ein Sektor trotzt dem Ausverkauf wie ein Fels in der Brandung: die Konsumgüterbranche. Was macht die Substanz der Nestlés, Unilevers und Procter & Gambles aus? Eine Bestandsaufnahme.

Die Konsumgüterindustrie bestimmt unseren Alltag

Die Vorstellung erinnert an Robinson Crusoe: Wie würde der moderne Mensch ohne die Errungenschaften der Konsumgüterindustrie auskommen? Tom Hanks lieferte in Castaway das filmreife Beispiel: Vier lange Jahre Einsamkeit auf einer Pazifikinsel, ernährt lediglich durch Kokosnussmilch und Fisch. Keine Frage: Kaum ein Verbraucher würde diese existenzielle Erfahrung länger als einen Tag auf sich nehmen - zu sehr hat die moderne Zivilisation den Menschen in seinem Bedürfnis nach Genuss und abwechslungsreicher Ernährung geprägt.

So beginnt ein durchschnittlicher Arbeitnehmer seinen Alltag etwa wie folgt: Er steht auf und putzt sich die Zähne mit Colgate Zahnpasta, duscht sich mit Fa Duschgel, rasiert sich mit Gillette Rasierschaum und reibt seine gereizte Haut mit Nivea After Shave ein. Zum Frühstück gibt es selbst gebackene Croissants von Kraft mit Aufstrich von Lätta und frischem Nescafe... Was nach Schleichwerbung aussieht, ist Alltag für Millionen von Verbrauchern - tagtäglich. Unser Durchschnittskonsument ist kaum eine Stunde auf den Beinen, schon hat er Produkte der halben Konsumgüterindustrie benutzt - das Beispiel illustriert nachdrücklich, wie sehr uns die Branche im Alltag begleitet.

Das Spiel mit der Illusion

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Nils Jacobsen
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