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LEXIKON

japnisch-chinesischer Krieg 1894/95

Auseinandersetzung über die Hegemonie in Korea zwischen dem japan. u. dem chines. Kaiserreich. Die Landbrücke zum asiatischen Festland stellte seit der Meiji-Restauration das erste Ziel japan. expansiver Politik dar, dessen Realisierung am traditionellen chines. Einfluss in Korea scheiterte. Erst das Vordringen des zarist. Russland im Fernen Osten, Reformfeindlichkeit u. offensichtliche militärische Schwäche der Pekinger Regierung, die alle Modernisierungsbestrebungen in Korea abblockte, sowie die politische Stärke Japans führten zur japan. Kriegserklärung vom 1. 8. 1894. Die chines. Streitkräfte zeigten sich dem modernisierten japan. Wehrpflichtigenheer unterlegen. Im Frieden zu Shimonoseki (17. 4. 1895) wurde China zur Anerkennung der Unabhängigkeit Koreas, zur Abtretung Taiwans, der Pescadores u. der Häfen Port Arthur u. Dairen (Dalian) auf der Halbinsel Liaodong (Kwantung) gezwungen; Letztere wurde durch die Intervention von Dt. Reich, Russland u. Frankreich wieder rückgängig gemacht. Die hohen Kriegskontributionen ruinierten China u. zwangen es in finanzielle Abhängigkeit von westl. Anleihen. Auch China, Japan, Korea (jeweils Geschichte).
F. H. Conroy, The Japanese seizure of Korea, 18681910. 1960. M. B. Jansen, Japan and China: From war to peace, 18941972. 1975. Lee Kuo-chi, Die chines. Politik zum Einspruch von Shimonoseki u. gegen die Eroberung der Kioautschou-Bucht. 1966.
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