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Private Rentenversicherung

Die Krise des staatlichen Pensionssystems spitzt sich weiter zu. Bereits im Jahr 2040 müssen laut Prognos-Gutachten zwei aktiv im Arbeitsprozess stehende Personen mit ihren Sozialabgaben einen Rentner finanzieren.

Das staatliche Rentensystem

Schon heute leben in Deutschland mehr 65-jährige oder ältere Menschen als 15-jährige und Jüngere. Alle Deutschen unter 40 sollten sich also schon jetzt Gedanken über ihre Pension machen und nicht nur auf den Staat hoffen.

Das staatliche Rentenprinzip basiert auf dem Umlagenverfahren. Bei diesem werden die eingehenden Beiträge sofort wieder verteilt. Laut Bevölkerungsstatistik muss dies unweigerlich in eine Sackgasse führen. Anders bei der privaten Rentenversicherung: Diese gründet auf dem Kapitaldeckungsverfahren. Dabei bildet die jeweilige Assekuranz mit den Einzahlungen aller Versicherten einen Geldpool, aus dem sie anschließend die anfallenden Renten ausbezahlt.

Vorteile der privaten Rentenversicherung

  • Zwischen Versicherung und dem Versicherten läuft eine Art Wette auf den eigenen Tod. Ist der Klient der Meinung er erreicht ein biblisches Alter, lohnt sich der Abschluss einer privaten Rente. Denn selbst wenn die Beiträge bei der Versicherung aufgezehrt sind, muss sie weiterhin zahlen. Der Vertrag endet erst mit dem Tod des Versicherten.
  • Die Versicherungen garantieren eine Mindestverzinsung der eingezahlten Beiträge mit 3,25 Prozent. Zuzüglich der Gewinnbeteiligung war aber in der Vergangenheit bei einer Laufzeit von 30 Jahren eine Rendite von über sechs Prozent möglich.
  • Die Erträge des angesparten Kapitals sind steuerfrei, wenn das Geld als Rente ausbezahlt wird.
  • Diese Form der Altervorsorge bedarf keiner Gesundheitsprüfung. Deshalb eignet sich die private Rentenversicherung besonders für ältere oder kranke Menschen. In diesem Fall lohnt vor allem der Abschluss mit einer einmaligen Einzahlung eines großen Geldbetrages. Beispiel: Zahlt heute ein 65-jähriger Mann 100 000 Euro bei der Deutschen Herold-Versicherung ein, kann er mit einer garantierten monatlich Rente von 543 Euro rechnen.

Nachteile der privaten Rentenversicherung

  • Stirbt der Versicherte noch in der Ansparphase, bekommen die Nachfahren im besten Fall die eingezahlten Beiträge zurück. Ereilt ihn der Tod kurz nach Beginn der Rentenzahlungen, dann ist das Geld für die Erben verloren.
  • Ein Problem ist auch die lange Laufzeit. Die allgemeine Entwicklung in 10, 20 oder auch mehr Jahren kann niemand vorhersehen. Ungünstig für den Versicherten wäre ein weiteres Steigen des durchschnittlichen Lebensalters. Grund: Die zugesagte Rente besteht ja aus einer garantierten Zahlung und einem Überschussanteil. Hat die Versicherung aber mit mehr Todesfällen kalkuliert als tatsächlich eintreten, muss die Assekuranz die unerwarteten zusätzlichen Renten aus den Überschussanteilen finanzieren. Das verhagelt der gesamten Versicherungsgemeinschaft die Rendite.
  • Nur wenn sich die Beiträge von der Steuer absetzen lassen, ist auch eine akzeptable Rendite möglich.
  • Ein Ausstieg vor Vertragsende ist nur schwer möglich und mit hohen Kosten verbunden. Gerät der Versicherte in Zahlungsschwierigkeiten kann er aber die Rentenversicherung beitragsfrei stellen. Das bedeutet, die Zahlungen werden gestoppt, doch das Geld wird erst nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit verzinst ausbezahlt.

Tipps zur privaten Rentenversicherung

Die private Rentenversicherung empfehlen Experten als Vorsorgeform für vorsichtige Anleger ohne Nachkommenschaft. Grundsätzlich ist es günstiger, Vertragslaufzeiten zwischen 12 und 15 Jahren zu wählen, denn es gilt: Längere Laufzeiten verderben die höhere Rendite, welche durch die Steuervorteile erzielt werden. Auch lässt sich bei langen Laufzeiten die steuerliche Abzugsfähigkeit der Beiträge nicht vorhersehen. Zudem kann der Versicherte auf eine Änderung der Lebensumstände besser reagieren und ist nicht 30 Jahre an einen Vertrag gebunden.

Bei der privaten Rentenversicherung kann sich der Versicherte ein Kapitalwahlrecht einräumen lassen. Das bedeutet, er darf am Ende der Einzahlungen wählen, ob eine einmalige Summe statt einer Rente ausbezahlt wird. Auf dieses Recht sollte der Beitragszahler nicht verzichten, denn wer weiß, ob er in 30 Jahren nicht mit einem großen Geldbetrag besser bedient wäre, als mit einer Rente.

Beispiel für eine private Rentenversicherung

Zahlt ein 30-jähriger Mann die nächsten 30 Jahre 100 Euro monatlich der Assekuranz Hamburger Leben, so garantiert diese eine Rente von 249 Euro. Plus Gewinnbeteiligung ergibt sich aber eine wahrscheinliche Auszahlung von 528 Euro im Monat. Vorsicht: Dieser Betrag ist eine Prognose und kann nach oben oder unten abweichen. Frauen schneiden wegen ihrer höheren Lebenserwartung unter gleichen Bedingungen schlechter ab: Diese dürfen nur mit einer garantierten monatlichen Rente von 218 Euro rechnen. Inklusive Gewinne ist laut Hamburger Leben eine Rente von 462 Euro monatlich möglich.

Stephan Scopetta
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