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Weihnachtsbräuche in verschiedenen Länder

Fast auf der ganzen Welt wird das Fest der Liebe gefeiert. Helle Lichter, Kerzenschein, duftender Geruch von frischem Gebäck in den Straßen – dies alles gehört zu der besinnlichen Weihnachtszeit dazu. Doch nicht in jedem Land wird das Fest gleich begangen. Unterschiedlichste Bräuche und Traditionen haben sich in den verschiedenen Winkeln der Erde etabliert.

Weihnachtsbaum
Der je nach Geschmack mehr oder weniger aufwendig geschmückte Weihnachtsbaum verbreitete sich im 19. Jahrhundert von Deutschland aus über die ganze Welt.
Unsere Bräuche

Hierzulande wird bereits 24 Tage vor dem eigentlichen Fest mit den ersten Vorbereitungen begonnen. Die eigene Wohnung wird weihnachtlich dekoriert und mit Lichtern geschmückt. Das wichtigste Element wird dabei durch den Adventskranz dargestellt. Dieser besteht aus immergrünen Zweigen und vier Kerzen. Beides symbolisiert die Hoffnung auf die Geburt des Christkindes. Jede Woche steigt die Hoffnung auf das Licht, das das Jesuskind in die Welt bringen soll, symbolisiert durch die steigende Anzahl brennender Kerzen.

Adventskranz
Der Adventskranz ist wie der Weihnachtsbaum eine "Erfindung" des 19. Jahrhunderts. Die Farbe der Kerzen und die Art des Schmucks variieren von Region zu Region.
Wenige Tage vor dem Heiligen Abend wird der Weihnachtsbaum aufgestellt. Mit seinen immergrünen Zweigen steht er für das neue Leben. Früher wurde er nur von wohlhabenden Familien aufgestellt, mittlerweile steht er in fast jedem Haushalt. Die Geschenke werden an Heiligabend unter dem Baum gelegt. Zur Feier des Tages werden die Kinder meist herausgeputzt. Die Kleidung für das Fest besteht aus keiner speziellen Tracht, sondern hauptsächlich aus festlicher Kleidung, die mit Accessoires wie Haarschmuck und Schleifchen aufgewertet wird. Festliche Mode für Kinder in jedem Alter gibt es beispielsweise bei vertbaudet. Der Onlineshop bietet neben normaler Kleidung auch süße Baby-Sets an.

Ebenso kleiden sich die Erwachsenen zum Feste schick. Die eigentliche Feier findet dann im Rahmen eines großen Weihnachtsessens statt, an dem alle gemeinsam teilnehmen. Je nach persönlicher Tradition werden die Geschenke im Anschluss oder bereits vor dem gemeinsamen Essen ausgepackt. Oft werden vorher gemeinsam Weihnachtslieder gesungen und bei besonders musikalischen Familien die Stücke mit Blockflöte oder am Klavier begleitet. Die Kinder werden dabei in dem Glauben gelassen, dass die Geschenke vom Christkind gebracht wurden. 

Julbock im schwedischen Gävle
Seit 1966 wird im schwedischen Gävle zur Weihnachtszeit ein gigantischer Julbock aus Stroh aufgestellt.
Unterschiede zu anderen Ländern

Hier treten bereits die ersten Unterschiede zu anderen Ländern auf. Während in den größten Teilen Deutschlands, Österreich, der Schweiz, der Slowakei, Tschechien, Ungarn und Lateinamerika das Christkind die Geschenke bringt, wird es in Norddeutschland, England, den romanischen Ländern und Nordamerika vom Weihnachtsmann gebracht. Im englischem beziehungsweise amerikanischem wird dieser auch als „Father Christmas“ beziehungsweise „Santa Claus“ bezeichnet. Im Französischen als „Père Noël“ und im Iatalien als „Babbo Natale“ sowie in Russland als „Ded Moros“, was mit „Väterchen Frost“ übersetzt werden kann.

Etwas außergewöhnlicher ist Schweden, wo die Weihnachtsgeschenke weder vom Christkind noch dem Weihnachtsmann gebracht werden. Hier bringt der Weihnachtsbock (Julbock) die Geschenke. Oft wird zum Fest ein großer Julbock aus Stroh gefertigt, auf dessen Rücken sich verschiedene Gaben befinden. Dieser Julbock wird dann zu Weihnachten im Feuer verbrannt.

Weihnachtsbräuche in Europa

Selbst innerhalb Europas gibt es noch einige Unterschiede. In Griechenland beispielsweise ziehen die Kinder am 24. Dezember singend mit Trommeln und Glocken durch die Straßen. Dafür erhalten sie von anderen kleine Geschenke. In den folgenden 12 Nächten werden Weihnachtsfeuer entzündet. Diese sollen vor Kobolden schützen. Am ersten Januar erhalten die Kinder ihre Geschenke vom heiligen Vassilius. Aus Tradition gibt es zusätzlich Kuchen für die ganze Familie, in den eine Münze eingebacken ist. Derjenige, der die Münze findet, der wird im darauffolgenden Jahr vom Glück begleitet. Der eigentliche Höhepunkt des Festes ist der Zeitpunkt, an dem die Heiligen Drei Könige eingetroffen sind. Somit wird in Griechenland bis zum 06. Januar gefeiert.

Ähnlich ist es in Spanien. Auch hier ist die eigentliche Feier am 06. Januar. An diesem Tage erhalten die Kinder auch ihre Geschenke, oder wenn sie unartig waren stattdessen Kohlestücke. Die Ankunft der Heiligen Drei Könige wird schon am Vorabend durch einen großen Umzug gefeiert.

In Italien hingegen gibt es schon an Heiligabend die Geschenke. In Form einer Lotterie wird innerhalb der Familie die Aufteilung der Geschenke bestimmt. Jedes Geschenk trägt eine Nummer. Und je nach der Nummer auf dem Los, das aus einem Säckchen gezogen wird, erfolgt die Zuteilung. Doch wichtiger als die Geschenke, sind in Italien die Krippen. Jedes Jahr konkurrieren die Familien untereinander, wer mit der schönsten und prachtvollsten Krippe aufwarten kann.

In Polen beginnt die Weihnachtszeit mit einer Zeit des Fastens. Diese dauert vom ersten Advent bis Heiligabend. Sobald der erste Stern am Himmel steht, wird das traditionelle Weihnachtsessen begonnen. Meist enthält die Mahlzeit Fisch wie zum Beispiel Weihnachtskarpfen. Zudem wird immer ein Gedeck mehr eingedeckt, für den Fall, dass unerwartet Besuch eintrifft und als Zeichen der Gastfreundschaft.

National Christams Tree in Washington, DC (2015)
Der letztjährige National Christmas Tree in vollem Festornat.
Weihnachtsbräuche außerhalb Europa

Im Gegenzug dazu beginnt in Nordamerika das Weihnachtsfest erst mit der Mitternachts-Christmette. Dementsprechend liegt der eigentliche Beginn erst am 25. Dezember. Bis dahin müssen sich auch die Kinder mit ihren Geschenken gedulden. Am Abend des 25. findet dann das gemeinsame Familienessen statt. Traditionell gibt es genau wie auch zu Thanksgiving Truthahn.

In Amerika wird zudem sehr viel Wert auf Dekoration gelegt. Dementsprechend festlich und leuchtend findet das Weihnachtsfest statt. In Washington ist es zudem seit fast 100 Jahren Tradition, dass durch Anschalten der Lichterkette des „National Christmas Tree“ durch den Präsidenten der Vereinigten Staaten das Weihnachtsfest offiziell eingeleitet wird.  

Blumengeschmückte Weihnachtsdeko in Australien
Gewöhnungsbedürftig: Weihnachten in Australien
In Australien fällt Weihnachten mitten in den Sommer. Dementsprechend seltsam erscheint es den meisten Europäern. Zusammen in geselliger Runde wird Heiligabend das Festmahl eingenommen. Die Geschenke für die Kinder gibt es erst am Morgen des 25. Dezembers. Diesen Tag verbringen die Familien oft mit Freunden und Bekannten. Es wird zusammen im Garten oder am Pool gefeiert. Am 26. Dezember gibt es einen speziellen Weihnachtsverkauf in den Kaufhäusern, der unserem Sommerschlussverkauf nahe kommt und zum Shoppen einlädt. Aufgrund der günstigen Preise, gehört diese Tradition schon mit zum Weihnachtsfest dazu.

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