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Eine warme Mahlzeit

Seit 1. Juli erhalten die Rentner in Deutschland 1,1 Prozent mehr Geld. Das ist doppelt so viel wie die geplanten 0,54 Prozent. Große Sprünge werden die 20 Millionen Ruheständler damit aber kaum unternehmen können. Bei einer Durchschnittsrente von 1000 Euro ergibt die Erhöhung gerade einmal elf Euro mehr. Außerdem lag die Inflationsrate – der Anstieg des allgemeinen Preisniveaus – in den letzten Monaten bei zwischen 2 und 3 Prozent. Auch für das Wahljahr 2009 können die Rentner mit einem Plus rechnen.

von Michael Fischer, wissen.de

Wie die Renten berechnet werden: die Rentenformel

Grund zur Freude: Es gibt 1,1 Prozent mehr Rente.
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Der Anstieg des Rentenniveaus in der Höhe ist ein Eingriff in die Rentenformel. Denn für zwei Jahre wird der so genannte Riester-Faktor ausgesetzt. Das wichtigste Element der Rentenformel sind die Bruttolöhne und –gehälter der Arbeitnehmer jeweils im Jahr zuvor. Hinzu kommen Bereinigungen um die Entgelte der Beamten sowie Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze und Ein-Euro-Jobs.

Von der sich daraus ergebenden möglichen Rentenerhöhung wird der Riester-Faktor abgezogen. Dieser liegt zurzeit bei rund 0,6 Prozent. 

Die 2008 und 2009 ausgefallenen Abzüge sollen 2012 und 2013 nachgeholt werden.

Eine Rolle bei der Rentenformel spielt darüber hinaus der so genannte Nachhaltigkeitsfaktor. Seine Aufgabe: der Ausgleich zwischen dem langfristigen Schwund von Beitragszahlern aufgrund der demografischen Entwicklung. Der Effekt: Gibt es weniger Arbeitnehmer und mehr Rentner steigen die Renten langsamer. 

Einen weiteren Effekt hat der 2008 gestiegene Beitragssatz für Arbeitnehmer und Arbeitgeber von 19,5 Prozent auf 19,9 Prozent. Die Rentner erhalten dadurch Abzüge – weil auch sie einen Teil der Lasten mittragen sollen. 

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