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“Energieaktien noch nicht zu teuer”

Klaus Lüpertz, Leiter der Private-Banking-Strategie bei der Investment-Bank HSBC Trinkaus & Burkhardt, warnte mitten in der großen Dot.com-Euphorie vor dem Platzen der Internet-Blase. In einem exklusiven Interview nahm Lüpertz nun im Gespräch mit wissen.de die Energiebranche unter die Lupe.

Nils Jacobsen

Perspektiven für den Energiesektor

Wissen.de: Wie beurteilen Sie die Energiebranche aktuell: Wie attraktiv ist der Sektor im gegenwärtigen Börsenumfeld?

Klaus Lüpertz:Insgesamt sehe ich den Energiesektor aktuell nur noch neutral zum Gesamtmarkt. Ein Anspringen der Konjunktur kann im zweiten Halbjahr zu anziehender Nachfrage führen, aber über das Ausmaß bin ich mir noch nicht im Klaren. Ich denke, da sind noch Enttäuschungen zu den aktuellen Schätzungen möglich. Die OPEC hält zwar die Förderquoten niedrig, aber die weitere Compliance erscheint, gerade im aktuellen Umfeld, nicht unbedingt gesichert. Dazu kommt, dass die Investitionen im Non-OPEC-Bereich stark angezogen haben. Fusionsfantasie etc. ist aktuell im Sektor kaum zu spüren.

Wissen.de: Welche positiven Impulse könnten dem Sektor Auftrieb verleihen?

Klaus Lüpertz: Wenn man nach positiven Faktoren für den Sektor sucht, ist neben der Wettbewerbssituation noch der Fortschritt in der Fördertechnologie zu nennen, der ein profitableres Vordringen in bisher unerschließbaren Regionen erlaubt. Von der Bewertung her sind die Aktien, trotz guter Performance in der letzten Zeit, aus unserer Sicht noch nicht zu teuer. Dazu kommt, dass viele Analysten in ihren Gewinnschätzungen tendenziell eher sehr niedrige Ölpreise als Berechnungsgrundlage genommen haben. Das Risiko im Sektor ist mit der relativ hohen Volatilität des Ölpreises in den letzten Wochen natürlich auch angestiegen.

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