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LEXIKON

Guerilla

[
geˈrilja; die; spanisch, „kleiner Krieg“
]
der Kampf irregulärer Verbände gegen eine feindliche Armee bzw. Besatzungsmacht oder gegen die eigene Regierung; auch solche Verbände selbst. Der Begriff bezeichnete ursprünglich den spanischen Widerstand gegen die französischen Invasoren 18081814. Im 20. Jahrhundert hat die Guerilla vor allem Bedeutung beim Kampf afrikanischer und asiatischer Völker gegen europäische Kolonialmächte für ihre nationale Unabhängigkeit erlangt (z. B. in Vietnam, Algerien, Guinea-Bissau), aber auch als Mittel zur Durchsetzung sozialrevolutionärer Ziele (z. B. in China und Kuba). Häufig sind nationale und sozialrevolutionäre Ziele miteinander verbunden. Wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Guerilla sind: ein schwer zugängliches Terrain; eine zentrale Führung, deren Weisungen von den kämpfenden Verbänden befolgt werden; ein ideologisches Programm; häufig auch „Anlehnungsmächte“ zur materiellen und ideellen Unterstützung. Die Schwierigkeiten, ländliche Basen gegen die überlegenen staatlichen Militärapparate zu halten, führten zu einer teilweisen Verlagerung der Guerilla in die Städte (Stadtguerilla; Tupamaros). Die großen Guerillaführer sind auch zugleich ihre Theoretiker z. B. Mao Zedong, Ho Chi Minh, E. Guevara, Vo Nguyen Giap.
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