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LEXIKON

Kaste

[
die; lateinisch, portugiesisch, französisch
]
eine Gemeinschaft von nur untereinander heiratenden (endogamen) Familien angeblich gleicher Abstammung, mit gleichem Brauchtum, gemeinsamem Namen und meist gleichem Beruf. Sie findet sich bei Überschichtung stark voneinander abweichender Bevölkerungsteile, so im Sudan, besonders aber im hinduistischen Indien (dort Jat genannt). Die Kasten bilden ein ganzes System: Brahmanen (Priester), Kschatriyas (Krieger, Adel), Vaischyas (Kaufleute), Shudras (unterworfene Bauern), zu denen noch die außerhalb des Kastensystems stehenden Dalits (Parias) kommen. Auch die Muslime und Christen erlagen der Kastenbildung, die für die Entwicklung Indiens sehr hinderlich war und von M. Gandhi heftig bekämpft wurde. Die Unberührbarkeit zwischen Angehörigen verschiedener Kasten wurde in der indischen Verfassung von 1948 nominell aufgehoben.
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