Lexikon
assỵrische Kunst
die Kunst Assyriens vom 2. Jahrtausend bis zum 7. Jahrhundert v. Chr., unterteilt in drei Epochen: die alt-, mittel- und neuassyrische Kunst.
Aus der Zeit des altassyrischen Reichs (Beginn des 2. Jahrtausends v. Chr.) blieben nur wenige Denkmäler erhalten. Die assyrische Architektur, in Resten erhalten u. a. in den alten Residenzstädten Assur, Ninive und Kalchu (Nimrud), bevorzugte in ihren Tempelbauten den Herdhaustyp, lang gestreckte Kulträume mit der Kultnische an einer Schmalseite und dem Eingang am Ende einer Langseite (sog. knickachsige Tempel). Die Zikkurat war fester Bestandteil der Baukunst. Palast- und Tempelräume wurden durch Schmelzfarbengemälde auf Ziegeln geschmückt, auch durch farbige Bemalung oder farbig glasierte Knauffliesen, wie im Alten Palast in Assur. Hauptbestandteile der Ausgestaltung von Palastbauten waren 9.–7. Jahrhundert v. Chr., der Zeit von Assurnasirpal II. bis zu Assurbanipal, Werke der Großplastik und Reliefkunst. An den Wänden der Räume standen bis zu 2 m hohe bemalte Orthostatenreliefs aus Alabaster, bedeckt mit z. T. realistischen Darstellungen aus Krieg, Jagd und Kult.
Assur: Ruinen
Ruinen von Assur
Ruinen von Assur im Nordirak
© Corbis/Bettmann
Von großer Kunstfertigkeit zeugen Arbeiten der Kleinkunst und des Kunsthandwerkes. Die Steinschneidekunst fand im Rollsiegel und dem seltener gebrauchten Stempelsiegel in der mittelassyrischen Epoche (14.–12. Jahrhundert v. Chr.) ihren letzten Höhepunkt: Darstellungen mit Motiven aus Jagd und Kult sind z. T. mit äußerster Präzision ausgeführt, als Material dienten hauptsächlich Halbedelsteine. Die hohe zeichnerischen und bildnerischen Fähigkeiten der Assyrer äußerte sich u. a. auch in Elfenbeinschnitzereien, Gravuren und in den Tierplastiken, die Stein- und Tongefäße zieren. Auch die Goldschmiedearbeiten (Ohrringe, Armreifen u. Ä.) verraten einen hohen Stand des Kunsthandwerks.
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