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LEXIKON

Atatụ̈rk

Kemal, bis 1934 Mustafa Kemal Pascha, türkischer Staatsmann und Feldherr, * 1881 Saloniki,  10. 11. 1938 Istanbul; Schöpfer der modernen Türkei.
Atatürk beteiligte sich 1908 an der Revolution der Jungtürkischen Bewegung. Im 1. Weltkrieg kämpfte er, zum General befördert, im Kaukasus und in Palästina. Nach der militärischen Niederlage des Osmanischen Reiches stellte sich Atatürk 1919 an die Spitze der nationalen Erhebung, rief in Anatolien eine Gegenregierung aus und berief 1920 die Große Nationalversammlung in Ankara ein, deren Vorsitzender er wurde. 1921/22 vertrieb er die Griechen aus Kleinasien und beseitigte danach Sultanat und Kalifat.
Seit 1923 Präsident der Republik, führte er grundlegende gesellschaftliche Reformen durch: Übernahme westeuropäischer Rechtssysteme, Einehe, Lateinschrift, europäische Kleidung, Einschränkung der Religion nach europäischem Vorbild. 1934 wurde ihm der Ehrentitel Atatürk („Vater der Türken“) zuerkannt.
Sein politisches Programm, der Kemalismus, wird zumindest formell von den meisten politischen Kräften der Türkei als verbindlich anerkannt, steht allerdings im Widerstreit zu islamistischen Bestrebungen. Türkei (Geschichte).
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