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LEXIKON

Der letzte Tango in Paris

  • Deutscher Titel: Der letzte Tango in Paris
  • Original-Titel: L„ULTIMO TANGO A PARIGI
  • Land: Italien
  • Jahr: 1972
  • Regie: Bernardo Bertolucci
  • Drehbuch: Franco Arcalli, Bernardo Bertolucci
  • Kamera: Vittorio Storaro
  • Schauspieler: Maria Schneider, Marlon Brando, Jean-Pierre Léaud, Massimo Girotti, Giovanna Galetti, Maria Michi, Veronica Lazare.
Heftige Beifallsstürme und lautstarke Buhrufe zugleich begleiten die Vorstellung von Bernardo Bertoluccis neuem Werk »Der letzte Tango in Paris«, das beim Filmfestival im Oktober 1972 in New York uraufgeführt wird.
Der Film verursacht einen Skandal: Wegen seiner Sexszenen wird er in seinem Entstehungsland Italien von der Staatsanwaltschaft sogar als »pornographisch« verboten. Cineasten hingegen beurteilen ihn wegen seiner ästhetischen Qualität als »Kunstfilm«.
Die »skandalöse« Story: Der plötzliche Selbstmord seiner Frau wirft den alternden Amerikaner Paul (Marlon Brando) völlig aus der Bahn. Auf der Suche nach einer neuen Unterkunft, in der ihn nicht alles an die Gattin erinnert, trifft er bei einer Wohnungsbesichtigung in Paris auf die junge Französin Jeanne (Maria Schneider). Zwischen den beiden flammt plötzlich heftiges sexuelles Begehren auf nichts zählt außer der reinen Lust. Es werden keine Namen ausgetauscht und auch keine Verständigung angestrengt (in der Originalversion spricht er englisch, sie französisch). Obwohl Jeanne ein Verhältnis zu einem anderen Mann hat, will sie doch auch auf Pauls sexuelle Ausstrahlung nicht mehr verzichten. Erst als dieser versucht, das Verhältnis in eine bürgerliche Beziehung zu wandeln, sie verfolgt und sogar bedrängt, zieht Jeanne sich zurück und tötet ihn wenig später.
Bernardo Bertolucci wird vorgeworfen, der Film bestehe nur aus Sex und Obsession. Doch er zeigt mehr: Eine Beziehung, die nur auf Körperlichkeit ausgerichtet ist, in der keine Gefühle erlaubt sind, in der die Einsamkeit und der Schmerz dominieren.
Revolutionär ist die Thematik keineswegs auch Ingmar Bergman oder Michelangelo Antonioni stellen pure Lust als letzte Zuflucht in einer kalten, kommunikationsfeindlichen Welt dar. Ohne das Klima der sexuellen Befreiung zu Beginn der 70er Jahre allerdings wären Filme wie »Der letzte Tango in Paris«, Walerian Borowczyks »Unmoralische Geschichten«(1973), Liliana Cavanis »Der Nachtportier« (1973) oder auch Pier Paolo Pasolinis »Erotische Geschichten aus 1001 Nacht« (1974) nicht denkbar.
Für Marlon Brando bedeutet das Werk einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Filmlegende: Nachdem er bereits im Jahr zuvor ein glanzvolles Come-back in Francis Ford Coppolas Film »Der Pate« (1971) gefeiert hatte, überrascht und schockiert er einmal mehr die Zuschauer diesmal durch seine Freizügigkeit.
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