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LEXIKON

Ernährungswissenschaft

Wissenschaft, die sich mit den Fragen zur Ernährung befasst. Erste Erkenntnisse gehen auf Hippokrates (5. Jh. v. Chr.) und Galenus (2. Jh. n. Chr.) zurück, die Speisen und Getränken bestimmte Wirkungskräfte zusprachen. Paracelsus (16. Jh.) versuchte, die chemischen Vorgänge im Organismus zu klären. Der Schweizer Physiologe A. von Haller erkannte im 18. Jh., dass mit der Ernährung die Verluste durch körperliche und geistige Arbeit gedeckt werden können. Erst im 19. Jh. begann eine grundlegende stürmische Entwicklung der Ernährungswissenschaft. Die wissenschaftlichen Grundlagen der Ernährungslehre schuf J. von Liebig, indem er auf die chemischen Zusammenhänge zwischen Ernährung und Lebensvorgängen hinwies und den Aufbau der Nahrung untersuchte. M. Rubner (1897) gab erstmals die Beschreibung eines Aufbau- und Erhaltungsstoffwechsels, Magnus-Levy (1890) definierte den Grund- und Leistungsumsatz. Zu Beginn des 20. Jh. wurde die biologische Wertigkeit der Proteine beschrieben. W. C. Rose wies auf die Rolle der essenziellen Aminosäuren hin. Mit den von C. Eijkman durchgeführten Untersuchungen über die Beriberi-Krankheit entwickelte sich ein völlig neuer Zweig der Ernährungswissenschaften, die Vitaminforschung. Ziel der Ernährungswissenschaft ist es, Erkenntnisse über eine bedarfsadaptierte Ernährung zu gewinnen. Dazu gehören auch die Untersuchungen über den Einfluss der Ernährung auf die Entwicklung krankhafter Prozesse. Die Ernährungswissenschaft hat sich in Deutschland in den letzten 30 Jahren zu einer eigenständig angewandten Wissenschaft entwickelt.
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