Lexikon

Failed State

[englisch, „gescheiterter Staat“]
Bezeichnung für einen Staat, der keine vollständige Kontrolle mehr über sein Staatsgebiet ausüben kann oder dessen Regierung in ihren Handlungsmöglichkeiten grundsätzlich beeinträchtigt ist, d. h. ein formal weiterexistierender Staat, der zentrale Aufgaben im Sinne legitimer Machtausübung, Gewährleistung der Sicherheit und Wohlfahrtsgarantie für die eigene Bevölkerung nicht mehr erfüllen kann. Die Einordnung eines Staates als Failed State ist aber selten eindeutig. Häufig wird deshalb auch von Failing State gesprochen, d. h. der Staat weist einzelne Defizite auf, welche aber selten zu völligem Staatsversagen oder staatlichem Zusammenbruch führen. Eine Bewertungshilfe bietet der sog. Failed-StatesIndex, in dem regelmäßig Einzelfaktoren gefährdeter Staaten beurteilt werden.
Vielfach liegen die Ursachen für Zerfallsprozesse von Staaten im kolonialen Erbe, der willkürlichen Grenzziehung, der nachlassenden Unterstützung für postkoloniale Gesellschaften im Übergang sowie in Spannungen zwischen verschiedenen Bevölkerungsteilen aufgrund ökonomischer oder politischer Krisen. Merkmale sind u. a. häufig wechselnde, instabile politische Führungen aus demokratischen und autoritären Regimen, die mit der Etablierung von verfeindeten, bewaffneten Gruppen einschließlich separater Schattenwirtschaften einhergehen. Hilfe für Failed States kann meist nur durch massive wirtschaftliche, politische und militärische Intervention von außen erfolgen (UNO, EU, NATO). Failed States gelten als eine Bedrohung für die globale Sicherheit, weil sie dem internationalen Terrorismus und der international organisierten Kriminalität sichere Rückzugsgebiete bieten können. Als Beispiel für einen Failed State gilt in jüngster Zeit Somalia mit dem Problem der Piraterie.
Moose (Illustration) gehören zu den frühesten Landpflanzen. Als älteste noch lebende Gattung haben Forscher das Moos Takakia im Himalaya ausgemacht. ©Adobe Stock/Kanisorn
Wissenschaft

Licht ermöglicht Leben

Der Sauerstoff, der dabei als „Abfallprodukt“ entsteht, hat die Erdatmosphäre grundlegend verändert und die Basis für das höhere Leben gelegt. von Bettina Wurche Als sich die Erde vor 4,6 Milliarden Jahre formte, war sie ein lebensfeindlicher Ort: eine Kugel aus glühendem Gestein, übersät von Vulkanen, die permanent Lava und...

Natur
Wissenschaft

Natur neu erfinden

In der synthetischen Biologie ebnen Forscher neue Stoffwechselwege für lebende Organismen. Damit ergänzen sie die natürliche Evolution um moderne Möglichkeiten für die Medizin und Industrie. von RAINER KURLEMANN Viele Dinge, die von der Natur evolutionär entwickelt wurden, sind herausragende Vorbilder für den Menschen. Tiere...

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon