Lexikon
Fallada, Hans: Jeder stirbt für sich allein
- Erscheinungsjahr: 1947
- Veröffentlicht: Deutschland
- Verfasser:
- Deutscher Titel: Jeder stirbt für sich allein
- Genre: Roman
Hans Fallada (* 1893, † 1947), bekannt geworden durch seine politisch-sozialen Zeitromane aus der Welt des kleinen Mannes, setzt in dem Roman »Jeder stirbt für sich allein«, erschienen im Aufbau-Verlag in Berlin, dem Widerstand der »kleinen Leute« gegen das NS-Regime ein Denkmal. Das in einfachen Verhältnissen lebende Ehepaar Quangel erhält 1940 die Nachricht, dass ihr Sohn in Frankreich gefallen ist. Dieses persönliche Erlebnis lässt die Einsicht in das unmenschliche System des Faschismus reifen, die beiden beschließen, sich zu rächen. Sie beginnen Karten zu schreiben, auf denen sie zum Widerstand gegen Adolf Hitler aufrufen. Aus der mit dem Todesurteil endenden Verhandlung vor dem Volksgerichtshof nach der Verhaftung gehen die Quangels als moralische Sieger hervor. – Ebenfalls 1947 im Aufbau-Verlag erscheint Falladas weit gehend autobiografischer Roman »Alpdruck«, ein Werk, das er als »Krankheitsbericht« bezeichnet, als »Bericht dessen, was deutsche Menschen vom April 1945 bis in den Sommer hinein fühlten, litten, taten«. Der Schriftsteller Dr. Doll (Hans Fallada) erlebt nach einer kurzen Tätigkeit als Bürgermeister in einer Kleinstadt bei Berlin einen körperlichen und seelischen Zusammenbruch. Mit der jungen Witwe Alma, die er kurz vor Kriegsende geheiratet hat, kehrt er nach Berlin zurück, wo sich die beiden durch Rauschgift und Schlafmittel in die »Träume... der Bettengruft« flüchten und sich so den Widrigkeiten des allgemeinen Elends zu entziehen versuchen. Im zweiten Teil des Romans versucht Doll nach einem Sanatoriumsaufenthalt, seine Zweifel am Sinn des Lebens zu überwinden: »Weiterleben und Arbeiten! Das ist die Parole!« – Am 5. Februar 1947 ist Fallada in Berlin durch ein Übermaß von Betäubungsmitteln nach langer Krankheit gestorben.
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