Lexikon
Geißendörfer
Hans Werner, deutscher Filmregisseur, Produzent und Autor, * 6. 4. 1941 Augsburg; war ursprünglich Dokumentarfilmer, befasste sich dann später mit Literaturverfilmungen; u. a. „Die Wildente“ 1976; „Die gläserne Zelle“ 1978; „Der Zauberberg“ 1982; „Ediths Tagebuch“ 1983; „Justiz“ 1993; „Schneeland“ 2005. Geißendörfer entwickelte außerdem nach englischem Vorbild die Fernsehserie Lindenstraße (seit 1985), die er als Produzent und künstlerischer Leiter betreut.
- Deutscher Titel: Der Zauberberg
- Original-Titel: DER ZAUBERBERG
- Land: Deutschland
- Jahr: 1982
- Regie: Hans W. Geißendörfer
- Drehbuch: Hans W. Geißendörfer, nach einem Roman von Thomas Mann
- Kamera: Michael Ballhaus
- Schauspieler: Christoph Eichhorn, Rod Steiger, Marie-France Pisier, Hans Christian Blech
Im Mittelpunkt des gleichnamigen Entwicklungsromans von Thomas Mann, der die Vorlage zu diesem Film bildet, steht das Leben des Hamburger Bürgersohns Hans Castorp (Christoph Eichhorn). Als der junge Mann seinen Vetter in einem Lungensanatorium in Davos besucht, ist er von der dort herrschenden Atmosphäre so fasziniert, dass er eine leichte Erkrankung vorschiebt, um dableiben zu können. Aus den geplanten Wochen werden schließlich sieben Jahre, die Castorp mit zum Teil überspannten und exaltierten Personen verbringt. Erst der Ausbruch des Ersten Weltkrieges reißt ihn aus dieser entrückten Welt und lässt ihn nach Hamburg zurückkehren.
Thomas Mann zeichnet im »Zauberberg« das Bild eines überlebten Großbürgertums und des dekadenten Europas der Vorkriegszeit. Die Bearbeitung des Stoffes durch Hans W. Geißendörfer besticht durch handwerkliche Sorgfalt und eine einfühlsame Inszenierung. Darüber hinaus machen die glänzenden schauspielerischen Leistungen den Film zu einem sehenswerten Erlebnis. Die siebenstündige Fernsehfassung, die in Zusammenarbeit mit dem ZDF entstand, vermag allerdings mehr zu überzeugen als die gekürzte Kinoversion, der wichtige Sequenzen und Dialoge zum Opfer fielen.
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