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LEXIKON

Göttinger Sieben

Protest gegen einen Staatsstreich
Protest gegen einen Staatsstreich
Gegen die Aufhebung der liberalen hannoverschen Verfassung von 1833 durch König Ernst August II. protestierten die Göttinger Sieben, unter ihnen Friedrich Christoph Dahlmann und Georg Gottfried Gervinus (Auszüge):

Wenn daher die untertänigst Unterzeichneten sich nach ernster Erwägung der Wichtigkeit des Falles nicht anders überzeugen können, als dass das Staatsgrundgesetz seiner Errichtung und seinem Inhalte nach gültig sei, so können sie auch, ohne ihr Gewissen zu verletzen, es nicht stillschweigend geschehen lassen, dass dasselbe ohne weitere Untersuchung und Verteidigung von Seiten der Berechtigten allein auf dem Wege der Macht zu Grunde geht. Ihre unabweisliche Pflicht vielmehr bleibt, wie sie hiermit tun, offen zu erklären, dass sie sich durch ihren auf das Staatsgrundgesetz geleisteten Eid fortwährend verpflichtet halten müssen ...

Sie sind sich bewusst, bei treuer Wahrung ihres amtlichen Berufs, die studierende Jugend stets vor politischen Extremen gewarnt und, so viel an ihnen lag, in der Anhänglichkeit an ihre Landesregierung befestigt zu haben. Allein das Gelingen ihrer Wirksamkeit beruht nicht sicherer auf dem wissenschaftlichen Werte ihrer Lehren, als auf ihrer persönlichen Unbescholtenheit. Sobald sie vor der studierenden Jugend als Männer erscheinen, die mit ihren Eiden ein leichtfertiges Spiel treiben, eben sobald ist der Segen ihrer Wirksamkeit dahin.
Göttingen, den 18. November 1837
F. C. Dahlmann, E. Albrecht, Jakob Grimm, Wilhelm Grimm, G. Gervinus, H. Ewald, Wilhelm Weber.
sieben Professoren der Universität Göttingen (W. Albrecht, F. C. Dahlmann, H. Ewald, G. Gervinus, J. Grimm und W. Grimm, W. Weber), die gegen die Aufhebung der hannoverschen Verfassung von 1833 durch König Ernst August II. 1837 Einspruch erhoben und deshalb abgesetzt wurden; als Opfer fürstlicher Willkür und Bekenner freiheitlicher Gesinnung gefeiert.
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