Lexikon
Hẹrpesviren
HerpesviridaeFamilie doppelsträngiger DNA-Viren, die in über 100 Arten weit verbreitet bei Tieren und beim Menschen vorkommen. Beim Menschen sind acht Herpesviren bekannt, die recht unterschiedliche Krankheitsbilder hervorrufen, die die Haut, Schleimhaut oder das Nervensystem betreffen können. Einige Herpesviren können Tumoren auslösen (z. B. das Epstein-Barr-Virus). Die Übertragung von Herpesviren erfolgt durch Haut- oder Schleimhautkontakt, aber auch durch die Plazentaschranke hindurch auf den Fötus. Nach überstandener Erstinfektion sind die Herpesviren nicht aus dem Körper verschwunden, sondern überdauern in Nervenknoten, wo sie für die Immunabwehr unerreichbar sind. Unter bestimmten Bedingungen – etwa bei geschwächtem Immunsystem, fieberhaftem Infekt, Stress oder durch intensive Sonnenstrahlung – werden sie erneut virulent. Für den Menschen bedeutsam sind das Herpes-simplex-Virus, das Lippenherpes und Genitalherpes auslösen kann, und das Varicella-Zoster-Virus, Verursacher von Windpocken und Gürtelrose. Auch der Erreger der Cytomegalie gehört zu den Herpesviren. Durch frühzeitige Anwendung antiviraler Medikamente (Virustatika) können durch Herpesviren ausgelöste Krankheitsverläufe abgemildert werden.
Wissenschaft
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Wissenschaft
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