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LEXIKON

Katholizsmus

die Gesamtheit aller politischen, staatlichen und sozialen Lebensäußerungen, die sich aus einer im katholischen Glauben verwurzelten Grundhaltung ergeben. Der Begriff Katholizismus ist erst im 19. Jahrhundert aufgekommen, vielleicht als Analogiebildung zu Protestantismus. Die Anfänge der geistigen Erneuerung des Katholizismus nach der Aufklärung liegen in der Erweckungsbewegung (J. M. Sailer) und Romantik (J. A. Möhler). Neben dem politischen Katholizismus, der besonders im Kulturkampf seine Bewährungsprobe bestand und die Grundlage der Zentrumspartei bildete, gewannen die sozialen Bestrebungen des Katholizismus eine immer größere Bedeutung. Hier gaben W. E. von Ketteler und A. Kolping wegweisende Grundideen, die sich in den katholischen Gesellenvereinen, den katholischen Arbeitervereinen und dem Volksverein für das katholische Deutschland auswirkten. Görres- und Leo-Gesellschaft versuchten, mit modernen Forschungsmethoden neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu finden. Seit 1848 sind in Deutschland die Katholikentage sowie seit einigen Jahrzehnten in der ganzen Welt die Katholische Aktion form- und richtunggebend für den Katholizismus. Daneben traten Führer des Katholizismus etwa seit der Jahrhundertwende für ein Zusammengehen mit dem Protestantismus besonders in politischen und sozialen Fragen ein.
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