Lexikon

multple Sklerse

[lateinisch + griechisch]
Abkürzung MS; Polysklerose; Encephalomyelitis dissiminata
entzündliche Erkrankung des Gehirns und Rückenmarks mit einer Schädigung der Nerven durch Zerstörung der sie umhüllenden Markscheiden. Die Krankheit tritt in unterschiedlich schweren Verlaufsformen auf, besonders im Alter zwischen 20 und 40 Jahren, und betrifft annähernd doppelt so viele Frauen wie Männer. Sie beginnt häufig mit Lähmungserscheinungen an den Gliedmaßen und Sensibilitätsstörungen. Auch Sehstörungen können hinzukommen. In ca. 80% der Fälle kommt es zu einem schubweisen Verlauf mit nahezu oder vollständig beschwerdefreien Intervallen, insgesamt aber langsam fortschreitendem Krankheitsprozess. Bei ca. 30% der Patienten besteht auch nach längerem Krankheitsverlauf keine wesentliche Beeinträchtigung. Selten kommt es zu einem raschen, tödlichen Verlauf.
Eine heilende
Therapie
gibt es nicht, aber es existieren inzwischen mehrere Medikamente, die den Krankheitsverlauf abmildern. Im akuten Schub kann eine Hochdosistherapie mit Glucocorticoiden wirksam sein. Zur Dämpfung des Immunsystems (Immunmodulation) werden vielfach Beta-Interferone eingesetzt. Ein vielversprechender Therapieansatz sind monoklonale Antikörper, etwa Natalizumab. Ebenso kommen Immunsuppressiva zum Einsatz. Von besonderer Bedeutung ist die Behandlung von Symptomen, etwa mithilfe von Physiotherapie und psycho-sozialer Betreuung, z. B. durch eine Selbsthilfegruppe. Die Interessenvertretung MS-Kranker ist die Deutsche Multiple-Sklerose-Gesellschaft in München.
Das erste Licht entstand schon kurz nach dem Urknall.©NASA, ESA, CSA, STScI, J. DePasquale, A. Pagan, A. M. Koekemoer
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