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LEXIKON

Nicht versöhnt

  • Deutscher Titel: Nicht versöhnt
  • Original-Titel: NICHT VERSÖHNT
  • Land: Deutschland
  • Jahr: 1965
  • Regie: Jean-Marie Straub
  • Drehbuch: Jean-Marie Straub, Danièlle Huillet, nach einem Roman von Heinrich Böll
  • Kamera: Wendelin Sachtler, Gerhard Ries, Christian Schwarzwald, Jean-Marie Straub
  • Schauspieler: Henning Harmssen, Ulrich Hopmann, Heiner Braun, Ulrich von Thuna
Nach dem Roman »Billard um halb zehn« von Heinrich Böll zeigt Jean-Marie Straub die Geschichte einer deutschen Architektenfamilie im Spiegel der zeitgeschichtlichen Ereignisse des 20. Jahrhunderts: Robert Fähnel, dessen Vater eine berühmte Abtei erbaut hat, kollaboriert mit den Nationalsozialisten und sprengt das Gebäude im Zweiten Weltkrieg. Sein Sohn Joseph baut es nach dem Ende des Dritten Reichs wieder auf. Roberts Mutter kann sich nicht den allgemeinen Bemühungen, das Unrecht zu verdrängen, anschließen. Sie schießt auf einen der früheren Nazis, die nach dem Krieg wieder nach oben drängen und in Führungspositionen gelangen.
Der Deutschfranzose Straub arbeitete seit den 50er Jahren intensiv an der Adaption des Böll-Stoffs. Damit sein Debütfilm uraufgeführt werden kann, wird neben den Berliner Filmfestspielen eine eigene Veranstaltungsreihe eingerichtet. Die radikal gebrochene Ästhetik des Films stößt zunächst auf Empörung. Straub bleibt wie sein Vorläufer Herbert Vesely, der 1962 mit »Das Brot der frühen Jahre« ebenfalls einen unkonventionellen Böll-Film drehte ein Außenseiter im westdeutschen Filmgeschäft. 1972 verlässt er die Bundesrepublik Deutschland. »Nicht versöhnt« und »Chronik der Anna Magdalena Bach« (1966) gelten in den späten 70er Jahren jedoch als wenn auch umstrittene Meilensteine des neuen deutschen Films.
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