Lexikon

Nolde

Nolde, Emil
Emil Nolde
Emil, eigentlich E. Hansen, deutscher Maler und Grafiker, * 7. 8. 1867 Nolde, Kreis Tondern, † 13. 4. 1956 Seebüll, Nordfriesland; einer der Hauptmeister des deutschen Expressionismus. Ausgebildet in Flensburg, St. Gallen und München, 1906–1908 Mitglied der Brücke (Kunst), unternahm 1913/14 eine Weltreise (Sibirien, Ostasien, Südsee), danach abwechselnd in Berlin und Seebüll tätig. Angeregt besonders von H. de Toulouse-Lautrec und E. Munch, gelangte Nolde früh zu einem ganz aus der Farbe entwickelten Expressionismus, in dem religiöse Darstellungen, Landschafts- und Meeresbilder mit kosmischer Naturauffassung, aus mystischer Erlebniskraft gestaltete Figurenbilder und Maskendarstellungen überwiegen. Von besonderem Reiz sind seine Blumenaquarelle, die Aquarellfolge der „Ungemalten Bilder“ und das grafische Werk (Holzschnitte, Radierungen). In der NS-Zeit galt Noldes Kunst offiziell als „entartet“; 1941 erhielt er Malverbot. Nolde war mit Ada Vilstrup verheiratet, deren Namen in der 1956 errichteten „Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde“ erscheint.
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