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LEXIKON

Palästinnser

ursprünglich alle Bewohner Palästinas. Seit den 1950er Jahren hat sich der Sprachgebrauch verengt. Als Palästinenser bezeichnet man heute für gewöhnlich die Arabisch sprechenden Bewohner des ehemaligen britischen Mandatsgebiets Palästina und ihre Nachkommen. Nach Schätzungen beträgt die Gesamtzahl der Palästinenser in diesem Sinne etwa 9,4 Mio.; davon leben 2,4 Mio. im Westjordanland, 2,6 Mio. in Jordanien, 1,3 Mio. im Gazastreifen, 1,2 Mio. in Israel (als israelische Staatsbürger), 390 000 im Libanon, 390 000 in Syrien, 242 000 in Ost-Jerusalem, 290 000 in Saudi-Arabien und über 500 000 in nichtarabischen Ländern. Von den arabischen Staaten hat nur Jordanien den dort lebenden Palästinensern staatsbürgerliche Rechte gewährt. Zahlreiche Palästinenser, die infolge des Nahostkonflikts als Flüchtlinge in andere arabische Länder kamen, leben in Lagern, die von einer Sonderorganisation der UN unterhalten werden. In den arabischen Golfstaaten haben die Palästinenser seit den 1960er Jahren eine bedeutende Rolle im Wirtschaftsleben gespielt. Als Reaktion auf die pro-irakische Haltung der Palästinenserführung während des 2. Golfkrieges 1991 kam es jedoch zu einer massiven Ausweisungswelle der Palästinenser aus den Golfstaaten.
Ein eigenes Nationalbewusstsein der Palästinenser hat sich erst mit dem arabischen Widerstand gegen die jüdische Einwanderung in Palästina und besonders seit der Gründung des Staates Israel (1948) entwickelt. Den Anspruch, legitime Vertreterin aller Palästinenser zu sein, erhebt die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO).
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