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LEXIKON

Puppenspiel

Puppentheater; Figurentheater
Theater mit Puppen, eingeteilt nach Art der Puppen in Puppenspiele mit: Vollkörperpuppen (Handpuppen, Marionetten, Stock- oder Stabpuppen, Fadenpuppen) und flachen Puppen (Schattenpuppen, Schattenspiel). Die Ursprünge des Puppenspiels liegen im mythischen Bereich des Götterkults. Hinweise auf sein Vorhandensein im Altertum gibt es aus Ägypten, Ostasien, Indien; in der Antike war es im gesamten griechischen Mittelmeerraum und bei den Römern verbreitet; im nördlichen Europa erstmals für das 14. Jahrhundert belegt. Blütezeit im 18. und 19. Jahrhundert. Das Puppenspiel war eine weit gehende Nachahmung der Personenbühne und ihrer Akteure, insbesondere des alten Volkstheaters. Zur Hauptfigur wurde die von der großen Bühne verdrängte lustige Figur (Hanswurst, Kasper). Die Romantiker (L. Tieck, J. von Eichendorff, C. von Brentano u. a.) versuchten zu Beginn des 19. Jahrhunderts das Puppenspiel vom Literarischen her zu beleben. Neuen Auftrieb erhielt das Puppenspiel durch die Jugendbewegung (Puppenspiel Braun, Ivo Puhonny, Max Jakob, Hohnsteiner Puppenspiele). Später kam es zu einer Neubesinnung auf die illusionistischen und surrealen Mittel des Puppenspiels, das auch jetzt noch besonders in Russland und in der Tschechischen Republik auf einem hohen künstlerischen Niveau steht.
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