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LEXIKON

Eichendorff

Eichendorff, Joseph von
Joseph von Eichendorff
Joseph Freiherr von, deutscher Dichter, * 10. 3. 1788 Schloss Lubowitz bei Ratibor, Schlesien,  26. 11. 1857 Neiße; entstammte einem schlesisch-katholischem Adelsgeschlecht; studierte Jura und Philosophie in Halle und Heidelberg, wo er zum romantischen Kreis um A. von Arnim, C. Brentano und J. von Görres stieß; 1813 Teilnahme an den Befreiungskriegen, 18161844 im preußischen Staatsdienst tätig, u. a. als Leiter für das katholische Schulwesen im Kultusministerium Berlin (1831); 1846/1847 Aufenthalt in Wien, seit 1855 in Neiße.
Eichendorff ist einer der bedeutendsten Repräsentanten der Spätromantik. Seine Lyrik zeichnet sich durch einen volksliedhaft-eingängigen Ton aus, die Natur wird in ihr zur Sehnsuchtslandschaft stilisiert. Viele seiner Gedichte wurden vertont (u. a. „Mondnacht“ von R. Schumann, „Der frohe Wandersmann“ [„Wem Gott will rechte Gunst erweisen“] von F. Mendelssohn Bartholdy). Zentrales Thema seiner Erzählungen und Romane ist die Selbstfindung des romantischen Individuums im Spannungsfeld zwischen Kunst, Leben, Natur und dem göttlichen Heilsplan: Erzählungen: „Das Marmorbild“ 1819; „Aus dem Leben eines Taugenichts“1826; „Das Schloss Dürande“ 1837; Romane: „Ahnung und Gegenwart“ 1815 „Dichter und ihre Gesellen“ 1834. Daneben schrieb Eichendorff auch Dramen, Versepen, literarhistorische und politische Schriften; mit seinen Calderón-Übersetzungen (ab 1840) wurde er zum bedeutenden Vermittler des spanischen Dichters in Deutschland.
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