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Rinser

Luise, deutsche Schriftstellerin, * 30. 4. 1911 Pitzling, Oberbayern,  17. 3. 2002 Unterhaching bei München; zuerst Lehrerin, 1944/45 wegen „Wehrkraftzersetzung“ in Haft („Gefängnistagebuch“ 1946), war 19531959 mit dem Komponisten C. Orff verheiratet; wandte sich vom Psychologischen und Zeitgeschichtlichen mehr und mehr religiösen Fragen zu. Erzählungen: „Die gläsernen Ringe“ 1940; „Geh fort, wenn du kannst“ 1959; Romane: „Hochebene“ 1948; „Abenteuer der Tugend“ 1957, mit „Mitte des Lebens“ 1950 unter dem Titel „Nina“ 1961; „Ich bin Tobias“ 1966; „Mirjam“ 1983; „Abaelards Liebe“ 1991; „Saturn auf der Sonne“ 1994; Autobiografien: „Baustelle“ 1970; „Den Wolf umarmen“ 1981; „Im Dunkeln singen“ 1984.
  • Erscheinungsjahr: 1950
  • Veröffentlicht: Bundesrepublik Deutschland und DDR
  • Verfasser: Rinser, Luise
  • Deutscher Titel: Mitte des Lebens
  • Genre: Roman
Der autobiografisch gefärbte Roman »Mitte des Lebens« von Luise Rinser (* 1911), der beim Verlag Fischer in Frankfurt am Main erscheint, zeichnet anhand von Gesprächen, Briefen und Tagebuchaufzeichnungen das Leben zweier Menschen in der Zeit von 1929 bis 1947. Die Neigung der Autorin zu dichterischer Verinnerlichung, ihr Interesse an feinfühliger psychologischer Darstellung und ihr Bemühen um eine einfühlsame Analyse zwischenmenschlicher Beziehungen machen das kritisch-realistische Werk zu einem Dokument tieferlebten Schicksals.
  • Erscheinungsjahr: 1961
  • Veröffentlicht: Bundesrepublik Deutschland und DDR
  • Verfasser: Rinser, Luise
  • Deutscher Titel: Nina
  • Genre: Romane
Unter dem Titel »Nina« erscheinen in der Reihe »Bücher der Neunzehn« bei Fischer in Frankfurt am Main die beiden Romane »Mitte des Lebens« (1950) und »Abenteuer der Jugend« (1957). In »Mitte des Lebens« werden die beiden Schwestern Margret und Nina gegenübergestellt; Margret lebt in bürgerlichen Verhältnissen mit einem erfolgreichen Mann; die zwölf Jahre jüngere, leidenschaftliche Nina, die »in Übertreibungen gelebt« hat, manchmal glücklich, aber meistens einsam ist, ist mit der bürgerlichen Frauenrolle nicht zufrieden und macht sich auf die Identitätssuche. In »Abenteuer der Tugend« gibt Nina Beruf und Selbständigkeit auf, heiratet den geschiedenen Maurice und lebt nur für ihn und seine Karriere als Opernsänger. Der »Verzicht« Ninas wird zur »Liebestat«, die aufgegebene Freiheit zur »einzigen Art von Freiheit«. Während ein Kritiker »Mitte des Lebens« als »das ausgeformteste Buch, das die deutsche Literatur heute besitzt« (»Die Weltwoche«), feiert, meinen einige Stimmen, der zweite Roman wäre lieber unveröffentlicht geblieben.

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