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Die Abgründe der Autoindustrie: Autofahrer schützen sich

Die Autoindustrie ist eine der wichtigsten Industriebranchen und ist, gemessen am Umsatz, der mit Abstand bedeutendste Industriezweig in Deutschland. Allein im laufenden Jahr wurden weit über 120 Mrd. Euro erzielt, wodurch die deutsche Industrie auch der drittgrößte Automobilproduzent nach den USA und Japan ist. Neben den wirtschaftlich bedeutenden Beschäftigungseffekten, welche der Zweig mit sich bringt, ist auch mit der Entwicklung, der Herstellung, dem Vertrieb und der Nutzung des Automobils nahezu ein Fünftel der nationalen Bruttowertschöpfung zuzuschreiben.
Symbolbild Autofabrik

carlos aranda on unsplash.com

Trotz der vielen Entwicklungen Deutschlands Schlüsselindustrie, reiht sich ein Skandal an den anderen. Durch Fehler bei der Entwicklung, unerlaubten Kartellabsprachen, sowie schwerwiegenden Manipulationen, welche unter anderem die Umwelt tragen muss, fragen sich die Autofahrer nach der Seriosität der einzelnen Hersteller. Auch die Frage, über den Schutz und den Schadensersatzleistungen, bei dem Verlust, eines von skandalbetroffenen Wagens, stellt sich bei den Kunden immer häufiger.

Info: Bekannte Skandale

  • General Motors
    Die General Motors Company, kurz GMC, ist ein globaler US-amerikanischer Automobilkonzern, welchem weltweit mehrere Marken gehören. Das Unternehmen musste 2014 allein auf dem US-Markt 2,6 Millionen Autos zurückkaufen. Dies lag daran, dass die Zündschlösser drohten während der Fahrt in die Aus-Position zu springen. Durch diesen Fehler  reagierten die Sensoren nicht, was somit das Auslösen der Airbags bei Unfällen verhinderte.
  • Chrysler
    Chrysler ist neben Ford und General Motors einer der "Big Three" Automobilhersteller. Dieser musste 0,5 Millionen Fahrzeuge zurückkaufen, um gefährliche Modelle von der Straße zu holen. Dies lag an einer Fehlsteuerung, die jene Autos unkontrollierbar machten.
  • Das Diesel-Desaster
    Bei einem Test in den USA bemerkten Experten 2015, dass Volkswagen jahrelang die Abgaswerte durch eine Software manipulierten. Dem Unternehmen Volkswagen drohen Strafen bis zu 18 Milliaren Dollar. Auch andere Hersteller wurden der Manipulation beschuldigt, wodurch das Image der deutschen Autoindustrie beschädigt wurde.

Daimler und der Dieselskandal: Mercedeswagen ist betroffen

Nachdem Volkswagen mit seinem Diesel-Skandal aufflog, machten sich Analysten in der Branche weiter an die Arbeit. 2018 stand fest: Auch Daimler betrog seine Kunden durch Manipulationen. Vor der eigentlichen Verurteilung des Unternehmens einigte sich Daimler 2017 mit dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) darauf, freiwillig drei Millionen Fahrzeuge zurückzurufen. Diese Fahrzeuge, welche hauptsächlich von Mercedes-Benz-Tochtergesellschaften waren, wurden mit einem Software-Update nachgerüstet, sodass keine Änderungen an der Abgassoftware erforderlich waren.
Daimler hat in Deutschland 870 Millionen Euro und in den USA mehr als 1,8 Milliarden Dollar an Strafen gezahlt. Trotz dessen kauft sich Daimler Zeit und bestreitet weiterhin jedes Verbrechen ab. Die Gruppe behauptet, dass keine illegalen Sabotagegeräte installiert worden seien. Allein in Deutschland sind mehr als 500.000 manipulierte Mercedes-Benz Autos zugelassen. Daraufhin haben viele Mercedes-Besitzer Schadensersatzklagen gegen die Daimler AG eingereicht.

So können Kunden gegen Daimler im Dieselskandal vorgehen

Die gute Nachricht ist: Betroffene des Daimler Dieselskandals müssen sich den Betrug und die Manipulationen nicht gefallen lassen. Den Kunden werden heute viele Moeglichkeiten geboten, wie sie gegen den Autobauer vorgehen können. Besonders einfach und unkomplziert ist es, als Besitzer eines der manipulierten Fahrzeuge, einen spezialisierten Anwalt Online für eine Mercedes-Abgasskandal Schadensersatz Forderung zu beauftragen.

  • Info:
    Die Urteile bei der Daimler Dieselaffaere sind weiterhin ein aktuelles Thema. Es wurden bereits mehrere verbraucherfreundliche Urteile in verschiedenen Fällen gefällt. Auch die Gerichte sprechen mittlerweile in den meisten Faellen den Klägern Schadensersatz gemäß § 826 BGB wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zu.

Betroffene Wagen von Daimler

Wie aus den Untersuchungen der Auto-Analystern hervorgeht, sind mehrere Hunderttausend Diesel-Fahrzeuge in Deutschland betroffen. Die meisten der betroffenen Autos stammen hierbei aus der A-, B-, C-, E- und S-Klasse der Mercedes-Benz-Modellreihen. Auch einige der Geländewagen wie der GLC, GLE, ML, der Transporter Vito, der Roadster SLK/SLC sowie die G-Klasse wurden als betroffene identifiziert und müssen in die Werkstatt.
Wichtig bei der Identifizierung des eigenen Wagens ist es den Produktionszeitraum des Autos unter die Lupe zu nehmen. Bei vielen Modellen ist beispielsweise nur ein bestimmter Produktionszeitraum vom Skandal betroffen. Genau durch dieses Erkennungsmerkmal, empfiehlt es sich ein Paar Dinge, vor der Anwaltssuche, zu überprüfen.

Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist der Motor des Wagens. Bisher ist bestätigt, dass in folgenden Motoren eine der illegallen Abschalteinrichtungen integriert wurde:

  • Motor OM 607
  • Motor OM 640
  • Motor OM 642
  • Motor OM 651
  • Motor OM 622
  • Motor OM 626

Wie kann man die Funktionsfähigkeit vor dem Kauf sicherstellen?

Grundsätzlich ist es schwierig sich vor Manipulationen eines Milliarden-Konzerns zu schützen. Zwar gibt es die Moeglichkeit Experten vor dem Kauf eines Autos zu beauftragen, diese jedoch zu finden und zu bezahlen, könnte zu viel Aufwand mit sich bringen. Trotz des einherbringenden Aspekts, dass es Vertrauen erfordert, ein Auto zu kaufen, gibt es ein Paar Dinge, die man als Kunde tun kann, um sich zu schuetzen:

Ausstattung im Kaufvertrag einsehen

Vor einem Kauf empfiehlt es sich, die im Kaufvertrag stehenden Angaben, sorgfältig zu prüfen. Nicht nur Angaben zur Laufleistung sind relevant, auch der Motor, die Anzahl der bisherigen Halter bei einem Gebrauchswagen, Leistungsangaben und andere Ausstattungsmerkmals gehören in einen Kaufvertrag. Der Check der Angaben im Kaufvertrag eines Neuwagens, kann im Falle eines Fehlers dazu fuehren, dass der Hersteller im Rechtsfall Folge leisten muss.

Autoversicherungen und Verlängerungsgarantie

In jedem Fall kann eine Autoversicherung nützlich sein: Schäden infolge von Brand, Explosion, Sturm, Hagel, Überschwemmung, Blitzschlag oder Diebstahl, können abgesichert werden. Darüber hinaus deckt eine Versicherung Glasbruchschäden, Wildschaden, Kabelschäden durch Verbrennungen oder Kurzschlüsse und häufig auch Marderschäden ab. Neben den Klassischen Versicherungsfällen, gibt es zudem spezielle Versicherungen, die den Fall eines Systemfehlers nach Beendung der Garantie eine Deckung der Kosten übernehmen.

Zudem können, je nach Hersteller, Anbieter und Alters des Fahrzeuges, die meisten Anbieter die Garantiezeit über die gesetzliche Gewährleistungsfrist oder die Herstellergarantiezeit hinaus um weitere ein bis drei Jahre verlängern. Dies hängt, im Normalfall, mit der Kilometerobergrenze zusammen.

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