Lexikon
Sạhara
[auch saˈha:ra; arabisch, „Wüsten“]
Natur und Klima
Weite Tafelländer, in die flache Becken und Senken eingebettet sind, werden von den beiden zentralen, teilweise vulkanischen Massiven Ahaggar (3005 m) und Tibesti (3415 m) überragt, an die sich weitere Bergländer anschließen. In der Arabischen und Nubischen Wüste östlich des Niltals steigt das Land bis über 2200 m an und fällt dann steil zum Roten Meer hin ab. Die Ebenen sind mit Gesteinsschutt bedeckt. Der Gesteinszerfall in den Kies- (Serir), Geröll- (Reg) und Steinwüsten (Hamada) wird verursacht durch die extremen Temperaturgegensätze. Rund 10% der Sahara sind Sandwüste (Erg) mit ausgedehnten Dünengebieten. In den meist abflusslosen Becken finden sich Salzsümpfe und Salzpfannen (Schotts). Der Nil in Ägypten und Sudan ist der einzige Dauerfluss, daneben gibt es nur episodische Wasserläufe, die Wadis.
Das Klima wird außer von der Breitenkreislage und der Kontinentalität vom Windsystem des Nordostpassats bestimmt und ist charakterisiert durch hohe Sommertemperaturen (mittlere Maxima über 40 °C) mit starken tageszeitlichen Schwankungen (25–30 °C), mittlere Jahresniederschläge unter 100 mm und hohe Verdunstung. Die episodischen Niederschläge fallen im Norden als Winterregen, im Süden als tropischer Sommerregen. Sandstürme treten häufig auf, im Norden Gibli, Samum oder Chamsin, im Süden der Harmattan.
Die artenarme Vegetation ist an die speziellen Klima- und Bodenverhältnisse angepasst (Sträucher mit kleinen Blättern, Sukkulenten, Knollen- und Zwiebelgewächse sowie kurzlebige Kräuter und Gräser). In Senken und Talungen mit mindestens zeitweise vorhandenem Grundwasser tritt dichterer Bewuchs auf: Tamarisken, Akazien, Dattel- und Dumpalmen. Besonders an den Wassermangel angepasst ist auch die arten- und individuenarme Tierwelt, die Gazellen, Mähnenschafe, Wüstenfüchse und -mäuse sowie einige Reptilien und Insekten umfasst.
- Einleitung
- Natur und Klima
- Bevölkerung und Wirtschaft
- Geschichte
Kontext
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