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LEXIKON

Völkerbund

französisch Société des Nations, englisch League of Nations
auf Anregung des US-amerikanischen Präsidenten W. Wilson gegründete internationale Organisation zur Erhaltung des Friedens sowie zur kulturellen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit der Völker. Am 10. 1. 1920 trat die Satzung des Völkerbundes, die Teil des Versailler Vertrages war, in Kraft. Sitz der Organisation war Genf.
Organe des Völkerbunds waren das Ständige Sekretariat, die Bundesversammlung der Mitgliedstaaten und der ständig tagende Völkerbundsrat, der aus Vertretern der Großmächte und wechselnden anderen Staaten bestand. Der Internationale Gerichtshof und die Internationale Arbeitsorganisation standen diesen Organen zur Seite.
Zu den Gründungsstaaten des Völkerbundes gehörten 32 Siegerstaaten des 1. Weltkriegs, die den Versailler Vertrag unterzeichnet hatten, außerdem kamen 13 neutrale Staaten hinzu. Da die USA den Versailler Vertrag nicht ratifizierten, blieben sie der Organisation fern. Österreich erhielt 1920 die Mitgliedschaft. 1926 trat Deutschland bei und bekam einen ständigen Sitz im Völkerbundsrat, 1934 auch die Sowjetunion.
Der Völkerbund stellte sich der Abwicklung der aus dem Versailler Vertrag entstandenen Aufgaben. So ernannte er die Regierung im Saargebiet (bis 1935) und den Hohen Kommissar in Danzig (bis 1939); die ehemals deutschen Kolonien unterstanden ihm als Mandatsgebiete. Auch auf anderen Gebieten konnte die Organisation gute Ergebnisse vorweisen, so etwa beim Arbeitsschutz oder in Flüchtlingsfragen. In seinen Hauptaufgaben (Abrüstung, Schlichtung von Streitigkeiten, Verhinderung von Aggressionen durch Androhung und Durchführung von Sanktionen) konnte der Völkerbund jedoch keine durchschlagenden Erfolge erzielen. Der Einfall Japans in die Mandschurei 1931 blieb ohne reale Sanktionen. Eine verbale Missbilligung führte schließlich zum japanischen Austritt aus der Organisation (1933). Das nationalsozialistische Deutschland verließ den Völkerbund 1933 ebenfalls. 19321934 scheiterte eine allgemeine Abrüstungskonferenz. Die Sanktionen gegen Italien auf Grund des Abessinienkriegs blieben 1935/36 wirkungslos. Italien trat 1937 aus dem Völkerbund aus. Den 2. Weltkrieg konnte die Organisation nicht verhindern. Sie schloss 1939 die UdSSR wegen ihres Angriffs auf Finnland aus. Ein Jahr nach Gründung der Vereinten Nationen wurde der Völkerbund 1946 aufgelöst.
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