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LEXIKON

Wilson

Thomas Woodrow, US-amerikanischer Politiker (Demokrat), * 28. 12. 1856 Staunton, Va.,  3. 2. 1924 Washington; 18901902 Professor für Rechtswissenschaft und Volkswirtschaft in Princeton; 19111913 Gouverneur des Staats New Jersey, 28. Präsident (19131921) der USA; durch die Beteiligung der USA am 1. Weltkrieg errang er für diese die Stellung als erste Weltmacht bei relativ geringem militärischen Einsatz. Bei den Pariser Friedensverhandlungen 1918/19 konnte er zwar die Gründung des Völkerbunds, nicht aber den Frieden aufgrund seiner Vierzehn Punkte durchsetzen. Erhielt den Friedensnobelpreis 1919.
Wilson, Thomas Woodrow
Thomas Woodrow Wilson
Wilsons Friedensprogramm
Wilsons Friedensprogramm
Der US-amerikanische Präsident Woodrow Wilson verliest am 8. 1. 1918 vor dem US-amerikanischen Kongress sein 14 Punkte umfassendes Friedensprogramm, mit dem er sich an alle kriegsführenden Mächte richtet. Darin formuliert er sowohl konkrete Friedensbedingungen als auch grundsätzliche Forderungen für ein friedliches Zusammenleben der Völker.

I. Öffentliche Friedensverträge, die in offener Verhandlung ausgearbeitet werden ... nach denen es keine privaten internationalen Abmachungen irgendwelcher Art geben darf ...

II. Absolute Freiheit der Schifffahrt auf der See außerhalb der territorialen Gewässer sowohl im Frieden wie im Kriege ...
III. Die weitestgehende Beseitigung aller wirtschaftlicher Schranken und die Herstellung einer Gleichheit in den Handelsbeziehungen unter allen Nationen ...
IV. Angemessene Garantien, ... dass die nationalen Rüstungen auf den niedrigsten Grad, der mit der inneren Sicherheit vereinbar ist, herabgesetzt werden.
V. Eine unparteiische Ordnung aller kolonialen Ansprüche [bei gleicher Gewichtung von Volkssouveränität und Ansprüchen der Kolonialmächte].
VI. Die Räumung des gesamten russischen Gebietes [von Truppenverbänden der Mittelmächte]. und eine Bereinigung aller Fragen, die Russland betreffen, ... um für Russland eine ungehinderte und unbelastete Möglichkeit zur unabhängigen Festsetzung einer eigenen politischen Entwicklung und nationalen Politik zu erlangen ...
VII. Belgien, darin wird die ganze Welt übereinstimmen, muss geräumt und wiederhergestellt werden ... Ohne eine solche heilsame Handlung bleibt die gesamte Struktur und die Gültigkeit internationaler Gesetze für immer geschädigt.
VIII. Das gesamte französische Gebiet muss befreit und die besetzten Gebiete wiederhergestellt werden. Ebenso muss das Frankreich durch Preußen 1871 in Sachen Elsass-Lothringen angetane Unrecht ... berichtigt werden ...
IX. Eine Berichtigung der Grenzen Italiens sollte gemäß der klar erkennbaren Nationalitätenlinien bewirkt werden.
X. Den Völkern Österreich-Ungarns ... sollte die freieste Möglichkeit autonomer Entwicklung gewährt werden.
XI. Rumänien, Serbien und Montenegro sollten geräumt ... werden ...
XII. Dem türkischen Teil des gegenwärtigen ottomanischen Reiches sollte eine gesicherte Souveränität gewährleistet werden, aber den anderen Nationalitäten, die nun unter türkischer Herrschaft stehen, sollte eine unzweifelhafte Sicherheit des Lebens und eine absolut ungestörte Möglichkeit zur autonomen Entwicklung gesichert werden, ... die Dardanellen sollten dauernd als freier Durchgang für die Schiffe ... aller Nationen ... geöffnet werden.
XIII. Ein unabhängiger polnischer Staat sollte errichtet werden, der die von unstreitbar polnischer Bevölkerung bewohnten Gebiete umfassen soll ...
XIV. Eine allgemeine Gesellschaft der Nationen muss ... gebildet werden zum Zwecke der Gewährung gegenseitiger Garantien für politische Unabhängigkeit ... In Bezug auf diese notwendige Berichtigung von Unrecht betrachten wir uns als enge Verbündete sämtlicher Regierungen und Völker, die sich gegen die Imperialisten zusammengeschlossen haben."
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