Lexikon
Völkerwanderung
Kunst
Die Kunst der Völkerwanderungszeit hat ihren Ursprung im pontischen und danubischen Raum, wo sie sich aus der Verschmelzung der Steppenkunst (insbesondere der skythisch-sarmatischen Kunst) mit der spätrömischen Kunstindustrie entwickelte. Außer dem Schmied, der gleichzeitig auch Waffenschmied sein konnte, gab es ansässige und wandernde Goldschmiede. Im 5. Jahrhundert nahm die Produktion einen solchen Aufschwung, dass einige Artikel bis weit nach dem Norden exportiert wurden. In den Glashütten des Rheinlands wurde die in der römischen Zeit ausgeübte Kunst weitergepflegt. Neben der Metallarbeit tritt die Keramik an künstlerischem Wert zurück, obgleich auch hier (etwa in der sächsischen Buckelkeramik) ein eigener Stil entwickelt wurde.
Das bedeutendste Zeugnis der Baukunst der Völkerwanderungszeit ist das Grabmal Theoderichs bei Ravenna. Wichtige Beispiele für die Kunst sind u. a. die Adlerfibel aus Cesena (Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg), ein Diptychon mit der Darstellung der ostgotischen Königin Amalasuntha (Kunsthistorisches Museum, Wien) sowie die Funde von Sutton Hoo (Britisches Museum, London).
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