Lexikon
Korịnth
griechisch Kórinthosgriechische Hafenstadt und Verwaltungssitz des Bezirks Korinth, am Golf von Korinth, 22 500 Einwohner; mehrfach (zuletzt 1928) durch Erdbeben zerstört; lag früher weiter südwestlich am Burgberg Akrokorinth; Museum, Apollon-Tempel; landwirtschaftlicher Handel (Korinthen).
Geschichte
An einem seit der jüngeren Steinzeit besiedelten Platz gründeten im 10. Jahrhundert v. Chr. Dorier die Stadt am Fuße des den Isthmus von Korinth beherrschenden Festungsberges Akrokorinth, mit zwei Häfen, Lechaion am Golf von Korinth und Kenchreai am Saronischen Golf. Die günstige Lage, noch gesteigert durch die Schleifstraße (Diolkos), die Korinth über den Isthmus anlegte, um Handelsschiffe darüber ziehen zu können, machten es bald zu einem Mittelpunkt von Handel und Gewerbe, führend in Schiffbau, Erzguss und Keramikerzeugung (korinthischer Stil). Durch politische Bindungen von Kolonien an Korinth entstand eine Art Kolonialreich. Seit dem späten 6. Jahrhundert v. Chr. war Korinth als Mitglied des Peloponnesischen Bundes dessen wichtigste Stadt nach Sparta. Im 5. Jahrhundert v. Chr. entstand ein vor allem kommerziell bedingter Gegensatz zu Athen. In den Verwicklungen, die zum Ausbruch des Peloponnesischen Krieges führten, spielte Korinth eine wichtige Rolle und übte auf Sparta Druck aus. Aus Enttäuschung über Spartas Politik nach dem Sieg über Athen schloss es sich im Korinthischen Krieg (395–386 v. Chr.) Spartas Gegnern an. 338 v. Chr. machte Philipp II. von Makedonien Korinth zum Sitz der Institutionen des von ihm geschaffenen panhellenischen Bundes (Korinthischer Bund). Dann wurde es ein wichtiger militärischer Stützpunkt der Makedonen, bis es Aratos 243 v. Chr. durch Überfall befreite. Hierdurch zur wichtigsten Stadt des Archäischen Bundes geworden, wurden auf dem Höhepunkt von dessen Spannungen mit Rom dort römische Gesandte beleidigt, was das siegreiche Rom veranlasste, Korinth trotz kampfloser Kapitulation zu zerstören und seine Bevölkerung zu töten oder zu versklaven (146 v. Chr.). Von Cäsar 44 v. Chr. als römische Kolonie neu gegründet und seit 27 v. Chr. Sitz des Statthalters der Provinz Achäa, war Korinth in der Kaiserzeit wieder eine der reichsten und blühendsten Städte Griechenlands. 50/51 n. Chr. hielt sich dort der Apostel Paulus auf. In der Völkerwanderung und später durch das Eindringen der Slawen hart getroffen, teilte es die Schicksale des Byzantinischen Reichs und dann des Peleponnes in Spätmittelalter und Neuzeit (Herrschaft fränkischer Fürsten, venezianischer Statthalter und der Türken) bis zur Unabhängigkeit Griechenlands 1830. Ausgedehnte Ruinen der Stadt und des Hafens Lechaion bezeugen noch heute die Bedeutung von Korinth in der Antike.
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