Lexikon
Völkerwanderung
Entwicklung
An den Anfang der Völkerwanderung im engeren Sinne wird herkömmlicherweise der Hunneneinfall vom Jahr 375 gesetzt, obwohl Wanderungsbewegungen schon früher stattfanden; so hatten sich die Goten bereits im 1. Jahrhundert v. Chr. aus Südschweden in das untere Weichselgebiet abgesetzt und waren im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. in vielfache Bewegung geraten.
Während die Ostgermanen (Goten, Wandalen, Burgunder u. a.) ihre alten Siedlungsgebiete ganz aufgaben, behielten die Westgermanen (Alemannen, Franken, Thüringer u. a.) die Verbindung zu ihren angestammten Sitzen, so dass es sich bei ihnen mehr um eine Ausdehnung ihres Siedlungs- oder Herrschaftsgebiets als um eine eigentliche Wanderung handelte. Die allgemeine Stoßrichtung der Völkerwanderung ging nach Westen und Süden über die Grenzen des Römischen Reichs, auf dessen Gebiet es zu Reichsgründungen der Westgoten in Gallien und Spanien, der Burgunder an der Rhône, der Wandalen in Afrika und der Ostgoten in Italien kam. Als Abschluss der Völkerwanderung gilt der Einbruch der Langobarden in Italien (568).
Die Völkerwanderung trug wesentlich zur Beseitigung der römischen Herrschaft in Süd- und Westeuropa bei. Während die ostgermanischen Staatsgründungen nur von begrenzter Dauer waren, bestimmten die von Franken, Langobarden und Angelsachsen (im 5. Jahrhundert in England) geschaffenen Königreiche wesentlich die weitere europäische Geschichte. In Ostmitteleuropa wurde durch die Völkerwanderung eine slawische Wanderungsbewegung nach Westen ausgelöst, die zur Erweiterung der slawischen Siedlungsgebiete bis an die Elbe führte (Wenden).
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